WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Vater rettet Sohn vor Absturz – und erhält Strafzettel

    Bild: thinkstockEs war der Schock seines Lebens: Frank Roder konnte seinen kleinen Sohn Aiden gerade noch an sich reißen, als dieser einen zehn Meter tiefen Abhang hinabzustürzen drohte. Doch die örtliche Polizei zeigte sich nur wenig beeindruckt von der Heldentat des Vaters:  Augenblicke nach dem Vorfall verpassten sie dem verdutzten Lebensretter erst einmal zwei Strafzettel.

    110 Dollar Strafe sind für einen Vater Nichts im Vergleich zum Leben eines quicklebendigen Fünfjährigen. Dennoch wird Frank Roder, Bauarbeiter aus New Jersey, vor Gericht dafür kämpfen, zwei Strafzettel mit Forderungen in Höhe von 110 Dollar nicht begleichen zu müssen. Es geht ihm ums Prinzip: Darf man einen Strafzettel bekommen, weil man aus dem Auto springt, um seinen kleinen Sohn zu retten? Diese Frage ist es, die ihn neben der Freude über sein unversehrtes Kind derzeit  beschäftigt.

    Was klingt wie ein Actionfilm mit Happy End, ist Frank Roder am vergangenen Donnerstag tatsächlich widerfahren. Der Bauarbeiter war gerade mit seinem kleinen Sohn Aidan in seinem Jeep unterwegs zu einem Park, um Enten zu füttern. Kurz bevor er seinen Wagen einparkte, brachte er ihn einen Moment lang zum Stehen. Plötzlich sprang der kleine Aidan, der es nicht erwarten konnte, seine gefiederten Freunde zu besuchen, aus dem Auto - und bevor der Vater reagieren konnte, rannte der kleine Junge bereits zielstrebig einem zehn Meter tiefen Abhang entgegen. "Er sprang aus dem Wagen und ich dachte erst, das sei ok, da ich ja ohnehin parken wollte. Dann sah ich aber, wie er direkt auf den Abgrund zulief", zitiert das US-Nachrichtenportal Foxnews.com Frank Roder.

    Der von blanker Panik ergriffene Vater zögerte keine Sekunde, öffnete die Autotür und sprang seinem Kind hinterher. Kurz vor der Böschung kriegte er den kleinen Ausreißer gerade noch zu packen. 

    Der kleine Aidan blickte daraufhin mit weitaufgerissenen Augen hinter seinen Vater und brachte bloß ein "Äh, Daddy…" heraus. Roder schaute sich um und erblickte seinen Jeep, der gerade im Sturzflug den Abhang hinunter donnerte um dann im schlammigen Wasser des darunter befindlichen Flusses zu landen.

    Doch die Gedanken des erleichterten Vaters waren allein bei seinem Jungen. Er umarmte ihn und wartete auf die Polizisten, die wenig später am Unfallort eintrafen. Mit Hilfe eines Krans wurde sein Jeep aus dem Wasser gezogen.

    "Ich konnte es nicht fassen"
    Frank Roder konnte sein Glück immer noch nicht fassen als ein junger Polizist auf ihn zukam und dem verdutzten Vater zwei Strafzettel überreichte: Einer war dafür, dass er keine Versicherungskarte vorweisen konnte - denn die war irgendwo im durchnässten Auto verschollen. Den zweiten Strafzettel drückte der Beamte Roder in die Hand, da dieser versäumt hätte, die Notbremse zu betätigen, über die sein Jeep verfügte.

    "Ich konnte es nicht fassen", so Roder gegenüber Foxnew.com. "Der Polizist sagte: ,Hätten sie sich fünf Sekunden Zeit genommen, um die Bremse zu betätigen, wäre der Unfall nie passiert‘. Ich erwiderte darauf nur: ,Wirklich? Und wenn ich das getan hätte und statt des Jeeps wäre mein Junge den Abgrund hinunter gepurzelt, wo wäre ich dann jetzt? Im Gefängnis‘".

    Wie Polizeichef Daniel Vaniska gegenüber FoxNews.com erklärte, liege es zu einem gewissen Grad im Ermessen der Polizisten, wann sie einen Strafzettel ausstellen. Er selbst habe nicht genug Informationen, um einzuschätzen, ob der Beamte richtig gehandelt habe. "Wahrscheinlich haben beide Parteien ihre berechtigten Argumente“, glaubt Vaniska.

    Beide werden nun Ende Mai vor Gericht die Gelegenheit haben, Stellung zu nehmen. Bis dahin bleibt Roder nichts anderes übrig als zu hoffen, dass das Gericht mehr Nachsicht walten lässt als die Polizei. "Der Betrag ist mir egal, ich würde die Strafe auch bezahlen", so Roder. "Es geht mir aber ums Prinzip. Wenn so etwas passiert, dann ist mir mein Auto doch sch...egal‘“.

    Quizaction