Das japanische Parlament hat Shinzo Abe am Mittwoch zum neuen Ministerpräsidenten des Landes gewählt. Abes konservative Liberal-Demokraten waren als klarer Sieger aus den Wahlen am 16. Dezember hervorgegangen. Zusammen mit dem kleineren Partner, der Komeito-Partei, verfügen sie über eine Zweidrittel-Mehrheit im Unterhaus. Der 58-jährige Abe war bereits von 2006 bis 2007 Ministerpräsident.
Zu Beginn seiner neue Amtszeit kündigte er ein harte Haltung in diplomatischen Fragen an: "Wir müssen zu einer Diplomatie zurückkehren, die sich um die Interessen unserer Souveränität kümmert und diese schützt."
Zugleich gestand er jedoch ein: "Die chinesisch-japanischen, die japanisch-koreanischen und auch das Fundament der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik, unsere Beziehungen zu den USA, in allen Bereichen gibt es derzeit eine Menge Diskussionspunkte."
Im neuen Kabinett sind vor allem enge Gefolgsleute Abes vertreten. Finanzminister wird der 72-jährige frühere Ministerpräsident Taro Aso.
Experten zeigten sich jedoch angesichts der Kabinettsliste skeptisch, ob es einen wirklichen politischen Neuanfang geben kann.
ORT: TOKIO, JAPAN