Der amtierende italienische Ministerpräsident Mario Monti ist auch nach den Neuwahlen im Februar zur politischen Führung bereit, will sich aber nicht von seinem Vorgänger Silvio Berlusconi vereinnahmen lassen. Wenn ihm das Amt des Regierungschefs erneut angetragen würde, werde er das in Erwägung ziehen, sagte Monti am Sonntag in Rom. Allerdings lehne er das Angebot Berlusconis ab, bei der Parlamentswahl direkt für ein Mitte-Rechts-Bündnis anzutreten. Die künftige Regierung müsse den eingeleiteten Reformkurs fortsetzen und dürfe nicht zur früheren Politik zurückkehren. Auch das herkömmliche Links-Rechts-Schema sei überholt. Monti ist seit seinem Rücktritt am Freitag nur noch geschäftsführend im Amt.
Monti war am Freitag wenige Monate vor Ablauf seiner regulären Amtszeit im April zurückgetreten, nachdem die konservative Partei Berlusconis seiner Regierung parteiloser Technokraten die Unterstützung entzogen hatte. Präsident Giorgio Napolitano machte am Samstag mit der Auflösung des Parlaments den Weg für Neuwahlen frei. Montis Kabinett - das ebenfalls noch geschäftsführend amtiert - legte daraufhin den Wahltermin auf den 24. und 25. Februar fest. In Umfragen liegt die sozialdemokratisch orientierte Demokratische Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Pierluigi Bersani derzeit weit in Führung. Monti wurde in der Bevölkerung zuletzt immer unbeliebter.
Montis Rücktritt hat Sorgen vor einer erneuten Verschärfung der Schuldenkrise ausgelöst. Die künftige Regierung der drittgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone dürfe keine leichtfertigen Wahlversprechen vorlegen und die eingeleiteten Veränderungen nicht rückgängig machen, mahnte Monti daher.
ORT: ROM