William Shakespeare starb an seinem Geburtstag. Und auch für die
Schauspielerin Ingrid Bergmann wurde ihr Ehren- gleichzeitig zum
Sterbetag. Dabei handelt es sich nicht um prominente Zufälle. Denn
die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch über 60 an seinem Geburtstag
stirbt, ist um 14 Prozent höher als an jedem anderen Tag des Jahres. Das
haben Forscher nun festgestellt. Über die Gründe sind sie allerdings
uneins.
„Die Ergebnisse scheinen valide zu sein“, zitiert die britische Tageszeitung „Daily Telegraph“ Psychologieprofessor Richard Wiseman von der Universität von Hertfordshire. Immerhin wurden bei der Studie, die im amerikanischen Journal „Annals of Epidemiology“ erschien, die Daten von mehr als zwei Millionen über 40-Jährigen ausgewertet. Demnach war die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts, Schlaganfalls, Sturzes oder Suizids am Geburtstag der Probanden höher als an anderen Tagen.
„Geburtstage enden häufiger tödlich als bisher angenommen“, zitiert der „Telegraph“ den Suizidforscher Dr. Vladeta Ajdacic-Gross von der Universität Zürich.
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Bei allen Probanden stieg die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts um 18,6 Prozent, heißt es in der Studie. Um 21,5 Prozent höher sei am Geburtstag die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls. Das gelte aber vor allem für Frauen. Außerdem steige die Selbstmordrate um 39,9 Prozent. Hauptsächlich Männer scheinen an ihrem Ehrentag eher einen Hang zum Freitod zu haben. „Vielleicht, weil Männer sich eher zu ihrem Unglück bekennen können, wenn sie glauben, dass es mehr Leute bemerken“, mutmaßt Professor Wiseman. Aber auch das Risiko durch einen Unfall ums Leben zu kommen stieg an Geburtstagen um 28,5 Prozent. 44 Prozent wahrscheinlicher sei es, am Ehrentag durch einen Sturz zu Tode zu kommen.
Die Begründung für dieses Phänomen spaltet die Wissenschaftler in zwei Lager. Am Geburtstag ernähren wir uns deutlich schlechter als an anderen Tagen, lautet eine mögliche Begründung. Viel Fett, viel Alkohol – das provoziert vor allem Herzprobleme. Aber auch ein Placeboeffekt könnte für das höhere Sterberisiko zum Wiegenfest beitragen. Gerade Menschen, die schon länger gesundheitlich angeschlagen sind, betrachten ihren Geburtstag als eine Art Meilenstein, behaupten die Forscher. „Sie stehen schon länger auf Messers Schneide, haben sich aber bis zu ihrem Geburtstag aufrecht gehalten. Sie sagen sich: Bis hier hin habe ich es geschafft, jetzt reicht es. Ich bin raus“, erklärt Psychologieprofessor Richard Wiseman von der Universität von Hertfordshire den Placeboeffekt.
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