Frankfurt/Main (dapd). Die eine Wachstumsregion ist virtuell, die andere ganz real: Das Internet und die aufstrebenden Länder Asiens haben wesentlichen Anteil daran, dass die Deutsche Post so proper dasteht wie schon seit einiger Zeit nicht mehr. Selbst auf einen möglichen Wirtschaftsabschwung sei der weltweit führende Post- und Logistikkonzern gut vorbereitet, sagte Post-Chef Frank Appel am Mittwoch bei der Vorstellung seiner Zwischenbilanz in Frankfurt am Main.
Irgendjemand müsse die im Internet bestellten Waren schließlich liefern, hatte schon Appels Vorgänger Klaus Zumwinkel die Chancen im damals noch recht überschaubaren E-Commerce gesehen. Inzwischen zeigt sich der kräftig zulegende Online-Handel als Wachstumstreiber für den Post-Konzern, obwohl der Paketsektor schon seit Jahren im harten Wettbewerb bestehen muss.
Um 11,4 Prozent wuchs die Zahl der Paketsendungen im dritten Quartal 2011, verglichen mit den Zahlen aus dem Vorjahr. 205 Millionen Pakete wurden vom "Gelben Riesen" befördert. Und da selbst der lange Jahre durch die zunehmende Beliebtheit von E-Mails angeknabberte Briefdienst sich bei 1,9 Milliarden Sendungen (plus 0,6 Prozent zum Vorjahr) praktisch behaupten konnte, sieht auch die Ergebnisprognose wieder besser aus: 1,1 Milliarden Euro soll die Sparte Brief, zu der die Pakete gehören, zum Betriebsergebnis der Deutschen Post DHL vor Zinsen und Steuern (Ebit) von über 2,4 Milliarden Euro beitragen.
Um längerfristig gegen die Konkurrenz bestehen zu können, stockt die Post zudem kräftig auf. Derzeit können in den 33 Paketzentren stündlich je 20.000 Pakete sortiert werden. Um das erwartete deutliche Wachstum des Online-Handels bedienen zu können, soll die Kapazität in naher Zukunft auf 28.000 bis 50.000 Pakete pro Stunde gesteigert werden. Die Post will dafür bis 2014 rund 750 Millionen Euro investieren. Appel erklärte zudem, die Laufzeit von Paketen solle auf das Niveau des Briefdienstes verbessert werden.
In der Region Asien nimmt die Deutsche Post DHL nach den Worten Appels einen Spitzenplatz ein; der Marktanteil von DHL liegt bei 36 Prozent. Der nächste große Konkurrent, das US-Unternehmen FedEx, kommt nur auf 21 Prozent. "Wir kennen diese Märkte wie kein anderer", betonte Appel. Grund dafür sei, dass DHL als einer der ersten Expressdienstleister in der heutigen Wachstumsregion eingestiegen sei. Damit sei die Deutsche Post nun in der Lage, vom weiteren Wirtschaftsaufschwung in diesen Ländern zu profitieren.
Selbst vor einem möglichen Konjunktureinbruch scheint Appel nicht bange zu sein. Bis ins dritte Quartal des laufenden Jahres sehe die Post in der Volumenentwicklung noch keine Eintrübung, sagte Appel. Sie erwarte auch keine Rezession. Der Post-Chef räumte allerdings ein, dass es schwierig vorauszusagen sei, wie sich das Verhalten der Verbraucher in nächster Zeit entwickeln werde. Die Post werde flexibel reagieren können. "Wir wissen, was wir tun müssen, wenn die Volumina zurückgehen", sagte Appel. Zum vergangenen Wirtschaftsabschwung gebe es zudem einen wichtigen Unterschied: "Wir haben diesmal nicht nebenher noch Großbaustellen zu schließen."
dapd


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