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    Waigel fordert mehr Anstrengungen von Griechenland

    Berlin (dapd). Der frühere Finanzminister Theo Waigel hat sich im Falle Griechenlands für "Hilfe zur Selbsthilfe" ausgesprochen. "Ich glaube, dass Hilfe zur Selbsthilfe der richtige Weg ist. Dafür muss Griechenland aber noch wesentlich mehr tun, als das bisher erkennbar geworden ist. Zudem hätte ich nichts gegen eine sanfte Umschuldung, wenn das im Einvernehmen gelingt", sagte der CSU-Politiker dem "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe).

    Waigel sagte weiter, er sei "natürlich dafür, dass der Stabilitätspakt nun wieder verschärft, dass stärker überwacht und koordiniert wird; dass es früher zu Sanktionen kommt. Und dass diese nicht mehr durch willkürliche Ratsentscheidungen verhindert werden können".

    "Griechenland hätte nicht Mitglied der Eurozone werden dürfen", ergänzte Waigel. "Die haben erstens falsche Zahlen vorgelegt, und zweitens hat die Kontrolle der Europäer nicht funktioniert. Und ich lege schon wert auf die Tatsache, dass das nach meiner Zeit passiert ist."

    Noch einmal antreten als Finanzminister will Waigel aber nicht. "Die Sehnsucht, dieses Amt, das ich neuneinhalb Jahre bekleidet habe, noch mal zu übernehmen, hält sich in Grenzen. Zutrauen würde ich es mir, aber ich vertraue Wolfgang Schäuble, den ich schätze, dass er die Dinge gut löst."

    Waigel lobte im übrigen den äußeren und den inneren Wert des Euro. "Wenn Sie sich anschauen, wo der Euro heute steht - zurzeit bekommt man 1,46 Dollar dafür -, dann sind das 28 Cent mehr als zu seiner Einführung. Der Euro ist heute also um etwa 56 Cent mehr wert als die D-Mark bei ihrem Abschied", sagte er. "Und was die Inflation anbelangt, so steigt die zwar etwas, aber insgesamt ist sie unter Kontrolle - in Deutschland betrug sie in den vergangenen zwölf Jahren durchschnittlich 1,5 Prozent. Da kann niemand sagen, dass diese Währung nicht ihr Potenzial entfacht hätte."

    dapd

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    2 Kommentare

    • Mufti  •  vor 11 Monaten
      Wieder so ein CSU-Fossil, der seinen Senf dazugeben muss, obwohl er Mitschuld hat an der Gesamtsituation!
      Drei Dinge muss man mal klarstellen: Griechenland allein ist nicht das Problem! Die richtigen Probleme liegen im System an sich begründet! Unser System funktioniert so lange, bis der Schuldner seine Zinsen nicht mehr zahlen kann. Von Tilgung ist gar nicht die Rede, das ist auch nicht vorgesehen! Genau das ist bei Griechenland der Fall.
      Zweitens haben alle EU-Staaten über die frisierten griechischen Staatsbilanzen Bescheid gewusst!! Goldman-Sachs hat dafür 300 Mio € kassiert, nur so nebenbei! Griechenland ist nur aus einem Grund in der EU: Um die Südflanke vor Flüchtlingen zu schützen! Dafür hat man alles andere billigend in Kauf genommen!
      Zu Deutschland: Erstens haben wir selber jahrelang gegen die €-Stabilitätskriterien verstossen! Nicht im griechischen Maßstab, aber immerhin. Zweitens sind BRD, UK, und Frankreich DIE Staaten, die von der EU massiv profitiert haben, weil uns die anderen EU-Staaten ihre Märkte geöffnet und unseren überflüssigen Schrott gekauft haben!! Ein Beispiel dafür: Was glaubt ihr, warum man Griechenland erst den Saft abgedreht hat, nachdem der U-Boot-Deal über die Bühne war? Denkt mal drüber nach und glaubt nicht einfach jeden Käse, der in irgendeinem Schmierblatt steht!!
    • Klaus  •  vor 11 Monaten
      Eigenlob stinkt bekanntlich. Waigel ist mit verantwortlich für das Desaster, was wir derzeit erleben müssen. Bei den Verhandlungen über die Euro-Kriterien war er maßgeblich zugegen und hat sich von den Franzosen und Italienern wie ein Depp über den Tisch ziehen lassen. Er sollte besser schweigen, und das deutsche Volk nicht noch mehr in Rage bringen über so viel Unvermögen.