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    Weltbank-Chef will deutsche Führung in Euro-Krise

    Berlin (dapd). Deutschland soll es richten: Weltbank-Präsident Robert Zoellick dringt auf eine Führungsrolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Deutschland auf dem Weg aus der europäischen Schulden- und Finanzkrise. "Deutschland muss die Richtung vorgeben", schrieb Zoellick in einem Beitrag für die Online-Ausgabe der "Financial Times". Das Land stehe in der Verantwortung, bei der Rettung Europas voranzugehen, erklärte er.

    Merkel betonte, Deutschland sei solidarisch mit den europäischen Partnern. Doch Deutschland müsse "aufpassen, dass uns am Schluss nicht auch die Kraft ausgeht, denn unendlich sind unsere Möglichkeiten auch nicht", sagte die Kanzlerin in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview der "Süddeutschen Zeitung" und anderer europäischer Tageszeitungen.

    Die CDU-Vorsitzende mahnte mehr Eigenverantwortung der EU-Mitglieder an. "Es hat keinen Sinn, wenn wir immer mehr Geld versprechen, aber die Ursachen der Krise nicht bekämpfen", sagte Merkel.

    Zoellick räumte ein, dass es Deutschland schwerfallen könnte, die Führungsrolle in der Euro-Krise zu übernehmen. Deutschland werde oft gedrängt, mehr zu tun, "nur um dann für seine Aggressivität kritisiert zu werden", schrieb er.

    Der Weltbank-Chef lobte Merkels Dringen auf einen Fiskalpakt und Haushaltsdisziplin. Die neue Ausrichtung der Bundeskanzlerin habe im Zusammenspiel mit Sparkursen und Strukturreformen in einigen Ländern sowie mit der Unterstützung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Aussichten verbessert. "Doch diese Schritte sind nicht genug, es gibt viele Risiken", erklärte der Zoellick.

    Nach Ansicht des Chefvolkswirts der EZB, Peter Praet, kann sich Europa Hoffnung auf eine langsame Erholung machen. "Immerhin gibt es Anzeichen, dass das Tempo des Abschwungs abnimmt und sich allmählich Stabilisierung einstellt", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

    Praet äußerte sich aber skeptisch über eine Ausweitung des temporären europäischen Stabilisierungsfonds EFSF. "Größe zählt, aber noch wichtiger ist das Einstehen der Regierungen für Europa", sagte er.

    Der FDP-Finanzpolitiker Hermann Otto Solms brachte im Streit um die Aufstockung des ständigen Euro-Rettungsschirms ESM eine Kompromisslösung ins Spiel. Danach sollten "die Mittel, die der EFSF bis Mitte des Jahres ausgereicht hat, nicht mit dem ESM verrechnet werden", sagte Solms der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

    Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hatte dagegen die Anrechnung der derzeit unverbrauchten Restmittel des EFSF auf den ESM gefordert.

    dapd

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