Zu viel Sonne können Kinder nicht erst im Sommer bekommen. Trotz der aktuell winterlichen Temperaturen nimmt die Stärke der Sonne und damit die ultraviolette (UV) Strahlung jetzt schon täglich zu. Damit steigt auch die Hautkrebsgefahr, woran der Weltkrebstag am 4. Februar erinnern will. ;
Schon ab Anfang März kann die UV-Strahlung hierzulande für die Kinderhaut gefährlich sein. Dr. Dr. med. Mostafa Ghahremani, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie / Gesichtschirurgie in Groß-Umstadt, sorgt sich besonders um junge Sonnenanbeter: „Der Säureschutzmantel und die Aktivität der Talgdrüsen sind noch sehr schwach ausgeprägt, ebenso die Produktion von Melanin, dem schützenden Farbstoff unserer Haut. Die UV-Strahlung dringt deshalb noch tiefer in die Hautschichten vor.“
Experten schätzen, dass von 100 000 Menschen pro Jahr mindestens 100 eine bösartige Hautveränderung (Krebs) aufweisen, Tendenz steigend. Darunter sind immer häufiger junge Menschen. Genaue Zahlen fehlen, da die einfache Entfernung von Hautkrebs ambulant beim Hautarzt oft als Therapie völlig ausreichend ist. Daher erfassen die Krebsregister (www.gekid.de) diese Krebsformen oft gar nicht.
Bei Kindern liegt die Zeit, in der sich die Haut selber schützen kann, bei lediglich fünf bis zehn Minuten. Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme gibt an, um wie viel Mal sie diese Zeit erweitern kann. Regelmäßiges Nachcremen ist sehr wichtig, verlängert den Schutz aber nicht. Babys unter einem Jahr ist auch nicht mit Sonnencreme geholfen: Sie gehören gänzlich aus der Sonne.
Niemand muss seine Kinder deshalb in den Sommermonaten einsperren. Kinder können von klein an den richtigen Umgang mit der Sonne lernen, das heißt: in der Mittagssonne (11 bis 15 Uhr) im Schatten oder drinnen aufhalten und spielen. In der Sonne generell einen Sonnenhut aufsetzen, der auch Gesicht und Nacken schützt. Am besten lange, weite Baumwollkleidung mit UV-Protektions-Faktor (UPF) tragen; den UPF erkennt man beim Kauf an dem gelben Logo. Freiliegende Stellen regelmäßig mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen. Und eine Sonnenbrille erfüllt ihren Zweck nur mit UV-Filter.
Der Hautexperte Ghahremani empfiehlt Eltern, generell mit ihren Kindern ab dem 6. Lebensjahr zur Hautkrebsvorsorge (Haut-Screening) zu gehen, egal wie vorsichtig sie davor waren. Ein Melanom, die gefährlichste Art von Hautkrebs, sei im Anfangsstadium noch gut zu behandeln, danach sinken die Heilungschancen drastisch. „Helle Kinderhaut mit Leber- und Pigmentflecken ist besonders empfindlich gegen Sonne und bedarf doppelter Aufmerksamkeit“, so der Hautexperte weiter.
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