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    Russland weist Syrien-Resolutionsentwurf zurück

    Botschafter im Irak läuft zur Opposition über

    Russland hat den vom Westen eingebrachten Resolutionsentwurf zu Syrien als "inakzeptabel" bezeichnet und mit seinem Veto im UN-Sicherheitsrat gedroht. "Insgesamt ist dieses Projekt nicht ausgeglichen", da allein die syrische Regierung Pflichten auferlegt bekomme, sagte der russische Vize-Außenminister Gennadi Gatilow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Sollte am Donnerstag in New York darüber abgestimmt werden, werde Russland sein Veto einlegen. Mit dem syrischen Botschafter im Irak lief der bisher ranghöchste Vertreter der Regierung in Damaskus zur Opposition über.

    Zuvor hatten die Botschafter der fünf UN-Vetomächte - USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - in New York erstmals über den Text beraten, der von den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland eingebracht worden war. Der Text setzt Damaskus eine zehntägige Frist zum Rückzug der Truppen aus den Städten und droht andernfalls mit der Verhängung von Wirtschaftssanktionen gemäß Kapitel VII der UN-Charta. Zudem verlängert er das Mandat der UN-Beobachtermission in Syrien um 45 Tage.

    Nach dem Treffen in New York hatte der stellvertretende russische UN-Botschafter Igor Pankin gesagt, Kapitel VII sei für Russland eine "rote Linie", über die nicht verhandelt werde. Russland, das ein enger Verbündeter der Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad ist, hatte bereits zwei Mal sein Veto gegen Resolutionen zu Syrien eingelegt. Am Dienstag hatte Moskau einen eigenen Entwurf im UN-Sicherheitsrat eingebracht, der ebenfalls das Mandat der UN-Beobachter verlängert, aber keine Sanktionen vorsieht.

    In einer im Fernsehsender Al-Dschasira ausgestrahlten Videobotschaft verkündete Botschafter Nawaf Fares den Rücktritt von seinem Posten im Irak und den Austritt aus der regierenden Baath-Partei. Alle "würdigen und freien Menschen" in Syrien rief er auf, sich der Revolution anzuschließen.

    "Richtet eure Kanonen und eure Panzer gegen die Kriminellen im Regime, die das Volk töten", rief Fares in seiner Videobotschaft die Soldaten des Landes auf. Alle jungen Menschen in Syrien müssten sich der Revolution anschließen, "um den Alptraum dieser Bande zu beenden, die seit mehr als 40 Jahren für Korruption und die Zerstörung der Gesellschaft in Syrien verantwortlich ist."

    Das Überlaufen des Botschafters bedeutet einen weiteren schweren Schlag für Machthaber Assad. Vergangene Woche war der syrische General Manaf Tlass zur Opposition übergelaufen. Tlass gehörte der Republikanischen Garde an und ist der Sohn eines früheren Verteidigungsministers und engen Freundes von Assads Vater Hafis. Zuvor hatten bereits mehrere ranghohe Offiziere die Seiten gewechselt und in der Türkei Zuflucht gesucht.

    Knapp drei Wochen nach dem Absturz eines türkischen Kampfjets vor der syrischen Küste rückte die Türkei erstmals von dem Vorwurf ab, Syrien habe die Maschine abgeschossen. An den bislang geborgenen Wrackteilen seien keine Spuren von entflammbarem Material oder Sprengstoff gefunden worden, erklärte der türkische Generalstab.

    Bislang warf die Türkei Syrien vor, den Kampfjet am 22. Juni abgeschossen zu haben. Stattdessen sprach die Armee jetzt von "unserem Flugzeug, das Syrien nach eigenen Angaben zerstört hatte". Die türkische Presse brachte daraufhin erstmals die These eines möglichen Unfalls durch einen Pilotenfehler oder einen technischen Defekt ins Spiel.

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