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    Wie sich Seehofer von Joschka Fischer loben lässt

    Joschka Fischer spricht in der Münchner Staatskanzlei mit Horst Seehofer über die Energiewende – auf Einladung des Bayern. Eine Veranstaltung voller Harmonie.

    Er wollte seine Zeit nicht mit der x-ten, immer gleichen Podiumsdiskussion zur Energiewende verschwenden. Deshalb sorgte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer für etwas Spektakel: Zum „Dialog unter der Kuppel“, einer Veranstaltungsreihe in der Münchner Staatskanzlei, hatte er Joschka Fischer eingeladen.

    Der ehemalige Außenminister, der jetzt als Unternehmensberater tätig ist, sollte über den Atomausstieg sprechen. Es wird eine sehr harmonische Begegnung.

    Der Guru der Grünen und der schwarze Schnellaussteiger, die sich noch aus den Bundestagszeiten kennen, sind sich einig.

    CSU-Chef Seehofer stellt sich als Vorkämpfer für die Entscheidung der Bundesregierung dar, nach der Katastrophe von Fukushima die Kernenergienutzung zu beenden: „Ich war die treibende Kraft des Beschlusses“, sagt Seehofer und räumt beiläufig ein, dass das dreimonatige Moratorium selbstverständlich den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen geschuldet war.

    Joschka Fischer, der mit buddhahafter Gelassenheit auf seine Einsätze wartet, lobt die schwarz-gelbe Beweglichkeit, nach einem „kuriosen“ Intermezzo zur Laufzeitverlängerung, doch grün-rote Ausstiegspläne umzusetzen: „Das Ergebnis zählt“, sagt Fischer und empfiehlt der Wirtschaft und den Stromversorgern, die durch den E.on-Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen vertreten war, jetzt nicht im Zorn zurückzublicken und „Wunden zu lecken“, sondern die neuen Marktchancen zu erkennen.

    Und mit der gleichen professionellen Abgeklärtheit weisen die beiden jeden Gedanken zurück, dass dieses Zusammenreffen ein neuer Schritt in der schleichenden schwarz-grünen Annäherung sein könnte. Er könne ja nicht gleich mit allen koalieren, die er sympathisch fände, sagt Seehofer.

    „Ich habe mit Parteipolitik nichts mehr zu tun“, behauptet Fischer. „Wir sind hier nicht in der CSU-Zentrale, sondern in der bayerischen Staatkanzlei. Und „wenn der bayerische Ministerpräsident ruft, dann kommt man.“ Zumal es „ein Thema ist, das uns mehr verbindet, als uns trennt“, sagt Seehofers prominenter Gast.

    Und der 63-jährige Fischer gibt dem ein Jahr jüngeren Seehofer noch ein paar Ratschläge, wie er mit den Widerständen in der Bevölkerung gegen den notwendigen Neubau von Stromtrassen quer durch Bayern umgehen soll. „Nicht mit Eiapopeia, sondern die Bürger ernst nehmen!“

    Ihnen aber auch klar sagen, dass der Bau notwendig ist und gemacht werde. Fischer verweist auf seine Erfahrung. Schließlich hatte er als hessischer Umweltminister nach dem Mauerfall den Lückenschluss der Stromtrassen zwischen Hessen und Thüringen zu managen. Seehofer hörte aufmerksam zu.

    Soviel schwarz-grüner Gleichklang war aber manchem in der bayerischen Regierungskoalition zu viel des Guten. Zumal der Ausstiegsbeschluss noch immer nicht richtig verdaut ist und sich viele betroffene Gemeinden nach den ambitionierten Zeitvorgaben von der Staatsregierung im Stich gelassen fühlen. Georg Schmid, Vorsitzender der Landtagsfraktion, hatte erklärt, dass er Joschka Fischer nicht eingeladen hätte.

    Tobias Thalhammer, der energiepolitische Sprecher der FDP-Fraktion hatte im Vorfeld kritisiert, dass nicht sein Parteifreund und zuständige Wirtschaftsminister Martin Zeil zu der Veranstaltung geladen war. So sind auch im Auditorium keine Vertreter der schwarz-gelben Koalition zu finden.

    Margarete Bause aber, die Vorsitzende der bayerischen Grünen nutzt die Chance. Sie sitzt in der ersten Reihe und sendet kleine Giftpfeile aus: „Es ist doch bemerkenswert, wie Ministerpräsident Seehofer deutlich macht, dass er den Rat der Grünen beim Atomausstieg braucht.“

    Der so gelobte Seehofer versichert deswegen vor und nach der Diskussionsrunde allen Medienvertretern, dass er natürlich nach wie vor fest zur schwarz-gelben Koalition in Bayern stehe. Die Betonung liegt auf Bayern. „Da habe ich es in der Hand“, sagt Seehofer. Im Kabinett habe man über das schwarz-grüne Gipfeltreffen sogar Scherze gemacht und selbst liberale Minister hätten darüber gelacht.

    Selbst Joschka Fischer gießt nur wenig Öl ins Feuer als Moderator Sigmund Gottlieb, Chefredakteur des bayerischen Fernsehens, doch noch nach den schwarz-grünen Befindlichkeiten fragt. Es gebe in Bayern zwar bei der jungen Bevölkerung auf dem Land eine Öffnung zu den Grünen, gerade bei den Themen wie Energie oder Gentechnik.

    Die Vorbehalte schwinden. „Ob das allerdings zu einer Regierung reicht, da habe ich meine Zweifel, ich will es aber auch nicht ausschließen“, sagt Fischer. Es sei fraglich, ob die Union schwarz-grün aushalten würde. Aber vielleicht komme es doch noch zu einer „Erleuchtung“.

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    21 Kommentare

    • Erwin Lindemann  •  vor 8 Monaten
      Hoffentlich hat keiner die beiden Nieten gestört! Hoffentlich rosten die bald weg.
    • Heinz  •  vor 7 Monaten
      joschka fischer topt alle politiker ums 10fache,als steinewerfer geboren,als nichtsnutz,ohne jede lehre,nichts, zum global unternehmensberater,zum finanzeliten lecker und diener,schröder,mappus,koch sind nur kleine fische gegen ihn vergleichen,er ist das parade beispiel was GELD und MACHT aus einem menschen machen können....abschaum pur...
    • J.M.  •  vor 8 Monaten
      zwei, die alles tun, um im rampenlicht zu stehen – überzeugungen wechseln sie wie kostüme
    • Till E.  •  vor 8 Monaten
      Joschka Fischer ist nebnen Gerhard Schröder das beste Beispiel für den moralischen Verfall eines Menschen. Solche Menschen wie die beiden sind das das Ergebnis von Gier, Macht und Geltungssucht. Vieles davon was sie sind verdanken sie den Medien, sie haben ihnen immer eingeredet das sie etwas besonderes sind bis sie es wirklich selbst geglaubt haben. Heute wird Joschka hier auch schon zum "Guru" stilisiert obwohl er nichts anderes ist als ein steinewerfender grüner Prolet.
    • maurice d  •  vor 8 Monaten
      solange die SPD sich nicht von Typen wie Schroeder und die Grünen von Fischer distanzieren sind sie keine demokratischen Parteien sondern miserable korrupte Clangesellschaften. Das Volk muss nun selbst bestimmen: direkte Demokratie, S21 ist der Anfang!!!
    • Thomas  •  vor 8 Monaten
      die erleuchtung ja die erleuchtung, erleuchtung durch lampions, das wäre großartig.
    • Konrad  •  vor 8 Monaten
      Was sagt uns das? Die eine Krähe hackt der anderen halt kein Auge aus! Lustig, diese Scheindemokraten!
    • Günther  •  vor 8 Monaten
      Pack schlägt sich, Pack verträgt sich...
    • HariHara  •  vor 8 Monaten
      an joschka kann man deutlich sehen wie macht im menschen alles maenschliche ausloescht...
    • abc  •  vor 8 Monaten
      fischer hat wohl auch mal einen stein in die fresse bekommen
    • besorgter Bürger  •  vor 8 Monaten
      dieses Ergeignis ist so dämlich, da schreib ich keinen Kommentar zu
    • Wilhelm D  •  vor 8 Monaten
      das beste ist diese seiten streichen,denn es wird der kommentar zensiert auf teufel komm raus und jetzt wird auch noch der der daumen rauf und runter gestrichen.das ist 100% bevormundung und diktatur.die haben angst das sich eine sympatiegruppe bildet.
      auf wiedersehen demokratie.da lobe ich mir doch die demokratie in china
    • abc  •  vor 8 Monaten
      dreck im doppelpack
    • Dietmar  •  vor 8 Monaten
      Hofberichterstattung - wie unangenehm.
    • Thomas  •  vor 8 Monaten
      mit hoher wahrscheinlichkeit und ein wenig erleuchtung finden wir das versenkte bernsteinzimmer in absehbarer zeit, in gewisser weise stimmt es, die kommunisten
      traten damals für den weltfrieden ein, da gab es dann probleme mit der gustloff, was
      ist an bord der gustloff gewesen außer flüchtlingen, vielleicht etwas sehr sehr sehr
      wertvolles.
      • Waldegg vor 8 Monaten
        An Bord der Gustloff waren diejenigen, welche das Glück hatten, nicht die Verantwortung dafür zu übernehmen, was Deutsche in den Kriegsgebieten verursacht hatten. Mein Vater blieb zurück. Überlebt hat er trotzdem nicht, sondern wurde von marodierenden SS-Einheiten umgebracht. Mit Sicherheit war kein Bernsteinzimmer auf dem Schiff. Aber ein Frage dazu: was hatte dieser Beitrag mit dem Thema Fischer-Seehofer zu tun.
    • Jochem  •  vor 8 Monaten
      Das Bild sieht ein wenig nach "Eröffnung des neuen Swinger Clubs" aus.
      • lästerer vor 8 Monaten
        @Jochem ..... Wie, sind die auch schwul und haben einen Sw-Club ?
    • Manfred  •  vor 8 Monaten
      Herr Fischer, I am not convinced....
      • Jochem vor 8 Monaten
        Herr Fischer, I am pissed off, by you. :-)
    • zualt  •  vor 8 Monaten
      Der nächste Koalitionspartner,Die Grünen
    • Mike Schnabel  •  vor 8 Monaten
      Hilfsarbeiter trifft auf Populisten ...aber der Steinewerfer "berät " ja jetzt auch BMW.....
      • Roland vor 8 Monaten
        Sicher über den Einbau steinschlagsicherer Autoscheiben.
    • Richard  •  vor 8 Monaten
      was ist seehofer für ein idiot, wie kommt er dazu, sich mit FISCHER zutrffen!?
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