Bari (dapd). Bundespräsident Christian Wulff hat zum Abschluss seines Besuches in Italien engere Beziehungen zu Deutschland gefordert. "Die bilateralen Beziehungen sind noch nicht ausgeschöpft", sagte Wulff am Mittwoch im süditalienischen Bari. Deutschland und Italien müssten gerade bei der Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise enger zusammenstehen. Wulff würdigte erneut die Reformen des Landes unter Ministerpräsident Mario Monti.
"Alle erleben Italien im Aufbruch. Auch die Finanzmärkte registrieren die Fortschritte des Landes", betonte der Bundespräsident. Er hoffe sehr, dass auch die weiteren von Monti angestrebten Reformen wie zum Beispiel die Wahlrechtsreform greifen werden. Wulff sagte weiter, Bundeskanzlerin Angela Merkel werde sich bei ihrem Besuch in Italien von den positiven Entwicklungen überzeugen können. Merkel wird am Freitag nach Rom zu Gesprächen mit Monti und Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano reisen.
Der Bundespräsident appellierte an die europäischen Staaten, ihre Staatsschulden abzubauen. "Wir müssen konsolidieren", erklärte Wulff. Gleichzeitig müssten Wachstumsimpulse in Europa freigesetzt werden, um der Krise Herr zu werden. Deutschland komme in diesem Prozess eine wichtige Rolle zu.
Zu seinen Kredit- und Medienaffären wollte Wulff sich auch am Mittwoch nicht äußern. "Ich bin froh, mich ganz auf Italien konzentrieren zu können, der Euro ist in schwierigem Fahrwasser", sagte er auf Fragen nach seinen umstrittenen Kontakten zu Unternehmern. Bereits zu Beginn des Staatsbesuchs am Montag hatte Wulff erklärt, sich im Ausland nicht zu den Vorwürfen gegen ihn äußern zu wollen. Bei den Gesprächen und in den italienischen Medien hatte die Affäre keine Rolle gespielt.
Den Abschluss der Italien-Reise bildete am Mittwochnachmittag der Besuch eines Werks der Firma Bosch. Die Bosch-Niederlassung in Bari ist mit 2.200 Mitarbeitern das größte Zulieferwerk für die Automobilindustrie in Apulien.
dapd


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