Wenn die Irin Laura Wilson sich ihr Hochzeitsfoto ansieht, werden dabei nicht viele glückliche Erinnerungen wach. Denn im Jahr 2007 litt sie so schwer an Magersucht, dass sie buchstäblich nur noch aus Haut und Knochen bestand. Kurz nach der Hochzeit wurde sie mit nur 32 Kilogramm Körpergewicht in eine Klinik eingeliefert. Die Ärzte prophezeiten, Wilson werde keine Kinder haben können. Was sich als unwahr herausstellen sollte - und ihr kleiner Junge rettete ihr das Leben.
Als sich Laura Wilson im November 2007 auf dem Weg zum Traualtar befand, stockte ihrem angehenden Ehemann der Atem – jedoch nicht vor Glück, sondern vor Sorge. Und auch der restlichen Hochzeitsgesellschaft gefror das Lächeln im Gesicht. Der Grund: Die Braut wog gerade mal 38 Kilogramm, ihr Brautkleid in Größe 34 schlackerte um ihren knochigen Körper. Ihre Arme waren dürr, die Schultern spitz. Die einzige Nahrung die Wilson zu dieser Zeit zu sich nahm, waren fünf grüne Bohnen und ein kleines Stück Schokolade pro Tag, wie die britische Zeitung „Daily Mail“ berichtet. Rückblickend sagt die Irin heute, sie habe sich in den Vorsatz hineingesteigert, an ihrem Hochzeitstag so dünn wie möglich zu sein. Unter Anorexie leidet die heute 28-Jährige allerdings schon seit sieben Jahren. „Ich war so krank, dass ich sterben wollte“, sagte sie gegenüber der Tageszeitung „Mirror“. „Ich wusste, dass ich nur noch aus Haut und Knochen bestand und dass alle Hochzeitsgäste tuschelten und auf mich zeigten, aber einem anderen Teil von mir war das egal. Dünn zu sein war mir wichtiger.“
Und auch nach der Hochzeit konnte Wilson nicht aufhören, zu hungern. In den Flitterwochen in Thailand nahm sie weiter ab, sie brachte nur noch 32 Kilo auf die Waage. Während des gesamten Urlaubes, der die glücklichste Zeit ihres Lebens sein sollte, aß sie nichts als ein paar Stücke Ananas. Zwei Monate nach ihrer Hochzeit wurde die Irin in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses in der Nähe ihres Heimatortes Ballymena eingeliefert. Dort teilten die Ärzte ihr mit, dass sie wahrscheinlich niemals ein Kind bekommen werde – sie habe ihrem Körper durch das jahrelange Hungern zu sehr geschadet.
Heute, fünf Jahre später, geht es Laura Wilson so gut wie schon lange nicht mehr. Der Grund: Sie hat im vergangenen Jahr ein Baby bekommen. Im März 2011 hatte sich herausgestellt, dass sie nicht nur schwanger, sondern darüber hinaus bereits im siebten Monat war. „Die Ärzte konnten es nicht glauben, genauso wenig wie wir“, so die junge Mutter gegenüber dem „Mirror“. Sie freute sich unbeschreiblich über diese Nachricht. Von einem Tag auf den anderen begann die magersüchtige Frau, sich so gesund wie möglich zu ernähren. „Ich hatte solche Angst, dass ich mit meiner Extrem-Diät und meinem Trainingsplan dem Baby geschadet habe“, so Wilson gegenüber der Zeitung. „Ich wusste, dass ich alles dafür tun musste, um gesund zu werden. Auch wenn es bedeutete, drei Hauptmahlzeiten am Tag zu essen und komplett auf Sport zu verzichten.“
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Zwei Monate später erblickte der kleine Matthew das Licht der Welt, genau wie seine Mutter war er wohlauf. Laura Wilson sieht in ihm ein „Zeichen Gottes“. „Er ist so ein heiterer, fröhlicher kleiner Junge, und ich liebe ihn“, so die glückliche Mutter gegenüber der „Daily Mail“. „Mein Wunder-Junge rettet mir jeden Tag das Leben.“ Nun fehlt der 28-Jährigen nur noch eines zu ihrem Glück: Sie und ihr Mann wollen ihr Eheversprechen erneuern, damit die beiden ihre traurige und schmerzhafte erste Hochzeit für immer vergessen und stattdessen voller Glück an die zweite zurückdenken können.
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