Berlin (dapd). Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate gibt es heftige Spekulationen um ein bundespolitisches Comeback des früheren Linke-Vorsitzenden Oskar Lafontaine. Nachdem "Spiegel Online" berichtet hatte, der 68-Jährige wolle 2013 wieder für den Bundestag kandidieren, zeigten sich mehrere prominente Parteimitglieder erfreut über diese Aussicht. Die Linke im Saarland, wo Lafontaine Fraktionsvorsitzender ist, wies den Bericht jedoch zurück.
Eine Sprecherin der Landespartei sagte am Dienstag auf dapd-Anfrage: "Das ist Spekulation, und an Spekulationen beteiligen wir uns nicht." Zu möglichen politischen Plänen Lafontaines gebe es "nichts Neues".
Lafontaine hatte sich Anfang 2010 wegen einer Krebserkrankung aus der Bundespolitik zurückgezogen. Er gab sein Bundestagsmandat und kurz darauf auch den Vorsitz der Bundespartei auf, blieb aber Fraktionschef der Linken im saarländischen Landtag. Im April dieses Jahres sorgte dann der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, mit der Aussage für Aufsehen, Lafontaine könne "in einer Notsituation" in die Bundespolitik zurückkehren. Die Bemerkung zog eine wochenlange Personaldebatte nach sich.
Bundestagsfraktionsvize Ulrich Maurer sagte zu den neuen Berichten über eine Rückkehr Lafontaines: "Das ist eine gute Idee." Eine Kandidatur des Ex-Parteichefs für den Bundestag "würde uns nutzen", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe): "Lafontaine ist ein Zugpferd."
Der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Wolfgang Gehrcke, sagte der Zeitung: "Wenn es so wäre, würde ich das gut finden."
Der Thüringer Linksfraktionschef Bodo Ramelow steht einer gemeinsame Spitzenkandidatur von Lafontaine und Gysi ebenfalls offen gegenüber. "Die beiden Alphatiere waren unser Erfolgsduo", sagte Ramelow am Dienstag dapd. Es könne derzeit aber nur darüber spekuliert werden, ob Lafontaine tatsächlich bei der nächsten Bundestagswahl antrete.
Zuvor hatte sich bereits die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, für eine Rückkehr des Saarländers in die Bundespolitik ausgesprochen. Lafontaine und Gysi würden "von der übergroßen Mehrheit der Linken" als Kandidaten für den Bundestagswahlkampf gewünscht, sagte sie der "Leipziger Volkszeitung".
dapd


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