Die UN-Vetomächte und Deutschland haben sich bei ihren Gesprächen mit dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm auch am zweiten Verhandlungstag bislang vergeblich um greifbare Ergebnisse bemüht. Nach Diplomatenangaben versuchten die Beteiligten in Bagdad, zumindest einen Ort und einen Zeitpunkt für weitere Gespräche zu vereinbaren. Eine für den Nachmittag geplante Pressekonferenz mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton wurde kurzfristig abgesagt, um die Verhandlungen am Abend fortzusetzen.
Iranische Medien berichteten, die Chancen für eine neue Verhandlungsrunde nach den Bagdader Gesprächen seien "sehr gering". Ziel der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands (5+1-Format) ist es, den Iran vor allem davon abzubringen, Uran auf 20 Prozent anzureichern. Der Westen befürchtet, Teheran könne später mit einer Anreicherung auf 90 Prozent waffenfähiges Uran produzieren. Der Iran fordert im Gegenzug eine Lockerung der Sanktionen, was die 5+1-Gruppe ablehnt.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bot dem Iran unterdessen technologische Hilfe bei der zivilen Nutzung der Atomenergie an. "Der Iran hat das Recht, die Atomkraft zivil zu nutzen", sagte Westerwelle der "Leipziger Volkszeitung" vom Freitag. Deutschland sei bereit, den Iran dabei technisch zu unterstützen. Das Land habe aber die Pflicht, nachvollziehbar und überprüfbar auf jede Option einer nuklearen Bewaffnung zu verzichten, sagte Westerwelle.


