WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Mehr als 8300 Kinder mit Darminfektion

    Bislang größter Krankheitsausbruch durch Lebensmittel

    Die Serie von Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im Osten hat sich zum bislang größten Krankheitsausbruch durch Lebensmittelverzehr in Deutschland entwickelt. Die Zahl der registrierten Infektionen stieg bis zum Wochenende auf 8365, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte. Der Höhepunkt des Massenausbruchs könnte damit aber erreicht sein.

    Die große Mehrzahl der Erkrankungen trat nach RKI-Angaben zwischen dem vergangenen Mittwoch und Donnerstag auf. Die am Wochenende zusammengetragenen Fallzahlen beruhten demnach überwiegend auf Nachmeldungen. Unklar war weiter die genaue Ursache der Krankheitsfälle, die mit Kantinenessen in Kindertagesstätten und Schulen in Verbindung gebracht werden: Nahezu alle betroffenen Kitas und Schulen wurden von ein und demselben Lieferanten über regionale Küchen mit Essen versorgt. Der Essenslieferant Sodexo hat eine Verantwortung für die Erkrankungen zurückgewiesen.

    Als mögliche Infektionsquellen gelten das hochansteckende Norovirus oder aber giftbildende Bakterien. Der gemeinsame Krisenstab von Bund und Ländern arbeite mit Hochdruck an der Rückverfolgung der Lebensmittel, sagte ein Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums in Berlin. Alle Speisepläne würden ausgewertet, Kantinenmitarbeiter befragt und Lebensmittelproben auf mögliche Erreger untersucht. Ergebnisse sollen demnach vorgelegt werden, wenn die Infektionsursache zweifelsfrei feststeht.

    Die meisten Erkrankungen wurden dem RKI zufolge mit 2800 Fällen in Sachsen registriert. Aus Brandenburg wurden bis zum Wochenende 2415, aus Berlin 2213 Fälle gemeldet. In Thüringen gab es 887 Krankheitsfälle, in Sachsen-Anhalt 50. Betroffen waren demnach 342 Kindertagesstätten und schulische Einrichtungen, davon allein 118 in Sachsen, 97 in Brandenburg und 82 in Berlin.

    Die Krankheitsverläufe seien in den meisten Fällen "kurz und unkompliziert", teilte das RKI mit. 23 Betroffene mussten allerdings ins Krankenhaus gebracht werden. Offenbar steckten nur wenige Kinder ihre Eltern oder Geschwister an: Auf eine nennenswerte Zahl solcher Sekundärinfektionen gibt es laut RKI bislang keinen Hinweis.

    Quizaction