Die Zahl der Toten durch schwere Unwetter und Überschwemmungen in Nordkorea ist nach amtlichen Angaben auf mindestens 119 gestiegen. Ein Team des Roten Kreuzes, das die Unglücksregion besuchte, erklärte, die Menschen benötigten insbesondere Trinkwasser, Nahrungsmittel und medizinische Hilfe.
Die Regierung habe Notrationen verteilt, aber die Menschen fragten sich, was danach geschehen werde, sagte ein Sprecher der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in Peking. Auch Mitarbeiter der UNO besuchten das Unglücksgebiet.
Am Samstag hatten die nordkoreanischen Medien berichtet, mindestens 88 Menschen seien zwischen dem 18. und 24. Juli ums Leben gekommen. Mindestens 134 weitere seien infolge der verheerenden Regenfälle und eines Taifuns verletzt worden. Dazu kamen jetzt laut der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA weitere 31 Tote, 16 Menschen gelten als vermisst. 4900 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Rund 84.000 Menschen verloren ihr Obdach.
Die Überschwemmungen sind ein schwerer Schlag für das isolierte Nordkorea, dessen Bevölkerung immer wieder unter Nahrungsmittelkrisen leidet. Nachdem im Sommer noch Dürre geherrscht hatte, droht Nordkorea, das seit den 90er Jahren auf Lebensmittellieferungen aus dem Ausland angewiesen ist, nun erneut eine Ernährungskrise.
Nach einem Besuch in dem 24-Millionen-Einwohner-Land hatten UN-Organisationen im November gewarnt, dass rund drei Millionen Menschen 2012 auf Lebensmittelhilfen angewiesen sein würden. Mitte der 1990er Jahre waren hunderttausende Nordkoreaner infolge einer Hungersnot gestorben.


