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    ZDF sucht den Quotenerfolg mit "Spuren im Sand"

    Berlin (dapd). Bianca ist einfach nicht zu ersetzen. Nicht durch Lena auf der Suche nach der "Liebe ihres Lebens". Und auch nicht durch Ärzte einer Klinik am See, die im Nachmittagsprogramm des ZDF für "Herzflimmern" sorgen sollten. Nun erweckt das Zweite eine Erfolgsmarke wieder zum Leben und will mit "Wege zum Glück - Spuren im Sand" ab nächsten Montag (7. Mai) an alte Quotenerfolge anknüpfen. Auch den bewährten Sendeplatz wird die neue Telenovela behalten: Der "Bianca"-Nachfolger wird montags bis freitags um 16.15 Uhr ausgestrahlt.

    3,48 Millionen Zuschauer und ein Marktanteil von 28,8 Prozent bei der letzten Folge: "Bianca - Wege zum Glück", die erste Telenovela eines deutschen Senders, erwies sich als ein wahrer Glücksgriff für das ZDF. Diese Zeiten sind jedoch lange vorbei. Bianca und ihre Nachfolgerinnen Julia, Nina, Luisa, Nora ("Wege zum Glück"), Alisa und Hanna ("Folge Deinem Herzen") verabschiedeten sich zwischen Herbst 2005 und Frühjahr 2009 vom Bildschirm und machten Platz für zwei im Vorfeld groß angepriesene Formate: Doch "Lena - Liebe meines Lebens" und "Herzflimmern - Die Klinik am See" konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen und erwiesen sich als Flops für den Mainzer Sender. "Lena" wurde auf der Zielgeraden zum Traualtar auf den Wiederholungsplatz am Vormittag verbannt und die inzwischen eingestellte Medical Daily "Herzflimmern" zu ZDFneo verlegt.

    Nun soll eine neue Telenovela mit der Dachmarke "Wege zum Glück" und dem Untertitel "Spuren im Sand" der Konkurrenz im Ersten ("Sturm der Liebe", "Verbotene Liebe") Paroli bieten. Um es vorweg zu nehmen: Bianca (Tanja Wedhorn) und Oliver Wellinghoff (Patrik Fichte) kehren nicht zurück. "Sie sind immer noch glücklich verheiratet und kümmern sich rührend um ihren Nachwuchs", verrät Bärbel Krause (Bärbel Wiedel Weidinger) im Trailer zur neuen Telenovela.

    Bärbel ist die einzige Figur, die aus den "Wege im Glück"-Vorgängern erhalten blieb. Ein Publikumsliebling, der offensichtlich die Fans von damals wieder mobilisieren soll. Wie es der Köchin in der Zwischenzeit ergangen ist, erzählte das ZDF in den vergangenen Tagen in der Webserie "Bärbels Tagebuch". Auf Gut Wellinghof, dem fiktiven Ort aus "Bianca - Wege zum Glück", war sie Köchin. In Nordersund, jener fiktiven Kleinstadt an der Ostsee, in der "Wege zum Glück - Spuren im Sand" spielt, führt sie nun die Pension "Elephant".

    Im Mittelpunkt der Telenovela stehen die Freunde Maja (Andrea Cleven), Greta (Greta Galisch de Palma), Robert (Florian Thunemann) und Markus (Philipp Romann), die sich nach 18 Jahren in ihrer Heimat das erste Mal wieder sehen. Ihre Kindheit haben sie gemeinsam am Strand verbracht; bis eine Sturmflut über den Ort hereinbrach und Unglück über die vier brachte. Doch nun will es das Schicksal, dass Maja und Greta, die Nordersund damals verlassen hatten, zeitgleich zurückkehren. Das Kleeblatt von einst ist wieder komplett. Bei Maja und Robert leben schnell mehr als nur freundschaftliche Gefühle wieder auf. Allerdings sind beide gerade frisch verlobt - und zwar nicht miteinander.

    "Natürlich erzählen wir grundsätzlich die Geschichte einer großen Liebe, die vielen Hindernissen gegenüber steht", sagt Chefautor Rasi Levinas im Interview mit dem ZDF. "Doch dabei gehen wir dieses Mal noch weiter als damals bei 'Bianca', dringen tiefer ein in die menschliche Vorstellung von Glück und Liebe. Wir erzählen eine noch schicksalhaftere, archaische Geschichte von Kampf um die große Liebe - romantisch, aber trotzdem komplex, mitreißend und dabei auch herausfordernd", verspricht der Autor, der sich bereits die Geschichten um das Traumpaar Bianca und Oliver ausdachte.

    Zwtl.: "Liebe findet ihren Weg"

    Altbewährt gibt es auch wieder einige Intrigen aufzuklären, schmerzhafte Schicksalsschläge auszuhalten und Traumata aufzuarbeiten. Doch wie weiß Bärbel aus ihrer reichen Telenovela-Erfahrung?: "Liebe findet ihren Weg, sie braucht nur Zeit dafür." 240 Episoden sind dafür vorgesehen.

    Etwa 60 Folgen hat das ZDF bereits abgedreht - auf dem Gelände des Filmparks Potsdam-Babelsberg. Auf einer Fläche von 486 Quadratmetern wurde dort eine kleine Hafenstadt errichtet - samt Leuchtturm. "Allein in den ersten Folgen werden wir beispielsweise Bilder einer Flutkatastrophe zeigen, die sich mit jedem Kinofilm messen können", kündigt ZDF-Redakteur Guido Reinhardt an. Wie das geht? Während es für den Zuschauer so aussieht, als würden die Schauspieler vor sonniger Kulisse am Ostseestrand stehen oder vor den Wassermassen der Sturmflut fliehen, spielen sie in Wahrheit auch bei den Außendrehs vor einer grünen Wand.

    Erst nach der digitalen Nachbearbeitung werden im Hintergrund die Sonne auf dem Wasser und die Nordlichter am Himmel glitzern. Das Hightech-Verfahren, das auch bei Hollywood-Blockbustern angewendet wird, soll der ZDF-Telenovela wieder zu neuem Glanz verhelfen. Denn nicht nur für Maja und Robert stellt sich die Frage: Lässt sich das Glück vergangener Tage zurückholen?

    dapd

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