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    Zehntausende Putin-Kritiker demonstrieren in Moskau

    Moskau (dapd). Aus Protest gegen mutmaßlichen Wahlbetrug sind in Moskau erneut zehntausende Putin-Kritiker auf die Straße gegangen. Unter strenger Polizeikontrolle versammelten sich die Demonstranten am Samstag auf einer weitläufigen Allee im Zentrum der russischen Hauptstadt. Auch in anderen Städten des Landes gab es Kundgebungen. Die Zahl der Teilnehmer war insgesamt noch höher als vor zwei Wochen, als es bereits zu den umfassendsten Protesten in Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gekommen war.

    "Russland ohne Putin", wurde am Samstag in Sprechchören gerufen. Auf Transparenten waren Parolen wie "Diese Wahl ist eine Farce" und "Russland wird frei sein" zu lesen. Die Sicherheitskräfte umstellten die Demonstranten und hielten sie mit Metallzäunen zusammen. In der Luft kreiste ein Polizeihubschrauber. Über Zusammenstöße oder Festnahmen wurde zunächst jedoch nicht berichtet.

    Die Proteste richteten sich erneut vor allem gegen Ministerpräsident Wladimir Putin, der sich im März wieder als Präsident zur Wahl stellen will. Nach der umstrittenen Parlamentswahl am 4. Dezember hatten immer wieder Demonstranten gegen das nach ihrer Auffassung gefälschte Ergebnis protestiert. Die Regierungspartei Einiges Russland hatte bei der Wahl zwar schwere Verluste hinnehmen müssen, nach offiziellem Ergebnis aber noch immer eine deutliche Mehrheit erzielt.

    "Wir vertrauen ihm nicht", sagte der Oppositionsführer Boris Nemtsow am Samstag und forderte die Demonstranten in Moskau auf, sich im kommenden Monat erneut zu versammeln, damit der Druck auf Putin nicht nachlasse. Bei der Präsidentenwahl im März müsse ihm dann die Macht entzogen werden. "Ein Dieb darf nicht im Kreml sitzen", sagte Nemtsow weiter.

    Reaktionen auf spöttische Kommentare Putins

    "Die Menschen sind hergekommen, weil sie Respekt wollen", sagte die 54-Jährige Tamara Woronina, die nach eigenen Angaben gemeinsam mit ihren drei Söhnen gekommen war. Putin hatte die Demonstranten zuletzt wiederholt zu diskreditieren versucht. Sie seien als Handlanger des Westens von den USA aufgehetzt worden, und die von ihnen als Symbol getragenen weißen Bändchen ähnelten Kondomen, sagte der Ministerpräsident.

    Bei der Kundgebung am Samstag nahmen viele Menschen bewusst Bezug auf die Kommentare Putins. Der Journalist Artyomi Troitski trug einen Umhang in Form eines Kondoms. "Wir können eine solch offen gezeigte Verachtung gegenüber dem Volk, gegenüber der gesamten Nation, nicht zulassen", sagte Troitski. Andere Teilnehmer der Kundgebung hielten Fotomontagen, auf denen der Ministerpräsident mit einem über den Kopf gestülpten Kondom zu sehen war.

    (Jim Heintz und Nataliya Vasilyeva sind Korrespondenten der Nachrichtenagentur AP)

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    2 Kommentare

    • RoBt  •  vor 5 Monaten
      Warum ist denn ein offener Dialog auf Augenhöhe zwischen den Regierenden und Demonstranten ohne Vorbedingungen nicht möglich? Natürlich auch ergebnisoffen! Etwa nur, weil sie sich gegenseitig nicht mögen, gar nicht ernst nehmen oder meinen, ihr Gesicht zu verlieren? - Globale dualistische Verbohrtheiten, typisch "menschlich"!
    • SindbadSeefahrer  •  vor 5 Monaten
      Tja, Putin, du lupenreiner Demokrat, da staunst du, dass es Leute gibt, die dir nicht glauben. Bei deiner KGB Vergangenheit kann man dir auch nicht glauben. Tritt ab!
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