Entdecken Sie Yahoo! mit Ihren Freunden

Entdecken Sie Nachrichten, Videos und andere Inhalte, die Ihre Freunde gelesen oder gesehen haben. Welche Ihrer Aktivitäten andere sehen, bestimmen Sie alleine.

Zuerst

WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Zoodirektor Junhold: Menschenrechte für Affen unnötig

    Leipzig (dapd-lsc). Leipzigs Zoodirektor Jörg Junhold spricht sich gegen die Ausweitung von Menschenrechten auf Affen aus. "Das geht mir zu weit", sagte Junhold in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. "Es gibt immer noch Unterschiede zwischen Menschen und Menschenaffen." Tierschützer greifen oftmals die Forderung des australischen Philosophen Peter Singer auf, Menschenaffen Menschenrechte zuzusprechen.

    Der in Princeton in den USA lehrende Wissenschaftler will damit das Töten von Affen in der freien Wildbahn verhindern, indem er mit Hilfe von Menschenrechten für sie das Recht auf Leben, den Schutz der individuellen Freiheit und das Verbot von Folter erreichen will. Die Tierschutzorganisation Peta unterstützt die Forderung Singers. "Affen sollten wie alle Tiere ein Recht auf ein unversehrtes Leben und den Schutz vor Folter haben", sagte der Kampagnenleiter Tiere in der Unterhaltungsindustrie, Peter Höffken. "In Versuchslaboren werden weiterhin Affen für Tierversuche genutzt."

    Junhold berichtete, dass sich die Zoodirektoren gemeinsame ethische Regeln gegeben hätten, an die sie sich halten. "Wir verstehen uns als Anwalt der Wildtiere", sagte der 47-Jährige. "Allerdings gibt es immer noch Unterschiede zwischen Menschen und Menschenaffen." Er verweist auf die Forschungen, die das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie im Leipziger Zoo durchführt und dabei auch über Unterschiede zwischen Menschen und Menschenaffen forscht.

    Höffken sprach davon, dass Peta sich dafür einsetzt, die "Gefangenenhaltung von Affen in Zoos" zu beenden. Momentan versucht die Organisation zu erreichen, dass sich die Bedingungen für ein Schimpansenpaar im Zoo Wuppertal verbessern, das in einem 35 Quadratmeter großen Raum aus Beton und Glas ohne Außengehege gehalten werde. "Es gibt ganz klar Anzeichen für seelische Leiden bei Affen in Zoos", sagte Höffken.

    Die Bedingungen in der 2001 eröffneten Leipziger Anlage Pongoland sind allerdings auch nach Einschätzung von Peta vergleichsweise gut, "allerdings ist der Leipziger Zoo hier auch eine Ausnahme", sagte Höffken. Pongoland gilt mit rund 30.000 Quadratmetern als weltgrößte Anlage, in der alle vier Menschenaffenarten gehalten werden. Zu den Menschenaffen zählen Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans. "Hier wird hochkarätige Grundlagenforschung betrieben", sagte Junhold, "eine weitere langfristige Zusammenarbeit haben wir vereinbart." Inzwischen arbeiteten mehr als 400 Mitarbeiter im Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.

    dapd

    Quizaction

     

    Bisher keine Kommentare vorhanden