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    Zweijährige Maja verdurstete und verhungerte im Kinderbett

    Aldingen/Tuttlingen (dapd). Das kurze Leben der kleinen Maja endete mit einem qualvollen und langsamen Tod. Das Mädchen aus Aldingen im Süden Baden-Württembergs verdurstete und verhungerte kurz vor seinem zweiten Geburtstag. Gegen die Mutter erging Haftbefehl wegen Totschlags durch Unterlassung. Die 24 Jahre alte Alleinerziehende wurde in den vergangenen Monaten vom Jugendamt betreut. Kurz vor dem Tod ihrer Tochter nahm die dreifache Mutter Beratungsgespräche aber nicht mehr an. Staatsanwaltschaft und Polizei sehen kein Versäumnis bei der Behörde.

    Laut Obduktion starb Maja an einem Herz-Kreislaufversagen aufgrund eines Flüssigkeitsmangels und starker Auszehrung, wie die Staatsanwaltschaft Rottweil und die Tuttlinger Polizei am Dienstag mitteilten. Die Gerichtsmediziner stellten bei dem Leichnam zudem einen extrem reduzierten Ernährungszustand sowie einen mangelhaften Pflegezustand fest.

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    Die Behörden hatten nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine Verwahrlosung des Kindes. Der Tuttlinger Landrat Stefan Bär (Freie Wähler) sagte, es habe darauf keine Hinweise darauf gegeben. In den Wochen vor dem Tod Majas seien für den 2. und 15. Mai Treffen vereinbart worden, zu diesen sei die Frau aber nicht erschienen sei.

    Nach den angebotenen Terminen sei ein weiteres Gespräch für Mittwoch (30. Mai) vereinbart worden, erklärte Bär. Den Angaben nach sollte es bei dem Treffen aber nicht um das Mädchen, sondern um die Schulschwänzerei einer der beiden Söhne der Frau gehen.

    Bär sagte weiter, das Jugendamt habe die Familie zuletzt am 21. März besucht. Es habe bei diesem Treffen und auch schon zuvor "keine Anzeichen für eine Verwahrlosung gegeben", betonte der Landrat. Die Wohnung sei sauber und ordentlich gewesen. Der Tuttlinger Jugendamtsleiter Oliver Butsch sagte: "Die kleine Maja rannte um den Tisch, sie spielte mit meiner Mitarbeiterin." Er könne sich nicht erklären, was nach dem 21. März passiert sei.

    Maja war am Pfingstsonntag tot in der verwahrlosten Wohnung der Mutter gefunden worden. Die junge Frau hatte die Geschwister über Nacht alleine gelassen. Als sie zurückkam, lag das Kleinkind leblos im Bett. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Mädchens feststellen.

    Die Mutter erlitt einen Schock und wurde nach Erlass des Haftbefehls in einem Gefängniskrankenhaus untergebracht. Die beiden Söhne der Frau sind in einer Pflegefamilie untergekommen und werden psychologisch betreut. Der fast drei- und der neunjährige Junge seien in einem guten Gesundheitszustand, sagte Bär.

    Dem Landrat zufolge gab es im Juni 2010 zwei Hinweise von Nachbarn, wonach die Kinder häufig alleine gewesen sein sollen. Noch am gleichen Tag hätten Mitarbeiter des Jugendamtes die Mutter und deren Kinder besucht. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sehen Staatsanwaltschaft und Polizei keine Anhaltspunkte für ein Versäumnis der Mitarbeiter des Kreisjugendamtes.

    Die 24 Jahre alte Mutter war Bär zufolge Sozialhilfeempfängerin, der Vater des Mädchens zeitweise als Bundeswehrsoldat im Einsatz in Afghanistan. "Ob er traumatisiert ist, wissen wir nicht", sagte Bär. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Militäreinsatz des Mannes mit dem Tod des Mädchens in Zusammenhang stehe. Majas Mutter wuchs laut Bär in einer Pflegefamilie auf, ihr erstes Kind bekam sie mit 15 Jahren. Es folgten ein weiterer Sohn und Maja.

    dapd

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