In Italien ist die entscheidende Runde der Kommunalwahl mit einem Fiasko für den rechtsgerichteten Regierungschef Silvio Berlusconi zu Ende gegangen. Die Kandidaten seiner Partei Volk der Freiheit (PdL) unterlagen bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt sowohl in seiner Heimatstadt Mailand als auch in Neapel der Linken, wie die Auszählung der Stimmen ergab. Er verdreifache jedoch nach jeder Niederlage seine Kräfte, sagte Berlusconi.
Die PdL-Kandidatin in Berlusconis Heimatstadt Mailand, Letizia Moratti, wurde bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt von dem linksgerichteten Kandidaten Giuliano Pisapia übertrumpft. Pisapia errang gut 55 Prozent, Amtsinhaberin Moratti bekam knapp 45 Prozent der Stimmen. Die Wirtschaftsmetropole war 18 Jahre lang Hochburg von Berlusconis Partei. In den vergangenen 15 Jahren war die Linke nicht einmal in die Stichwahl gekommen.
Auch wenn Pisapia ausschließlich mit lokalen Themen Wahlkampf machte, galt der Urnengang als wichtiger Stimmungstest für Berlusconi. Dieser hatte sich auch anders als die nationale Führung der Linken nicht aus dem Wahlkampf herausgehalten: Vor einer Woche warnte er mit ausländerfeindlichen Äußerungen vor einer Machtübernahme durch "linke Extremisten", die Mailand zu einer "islamischen Stadt voller Zigeuner" machen wollten.
In Neapel, das seit Monaten von einer schweren Müllkrise beherrscht wird, musste sich Berlusconis Kandidat, Unternehmer Gianni Lettieri, dem Mitte-links-Politiker Luigi de Magistris geschlagen geben. Dem endgültigen Endergebnis zufolge kam De Magistris auf gut 65 Prozent der Stimmen, Lettieri auf knapp 35 Prozent.
Auch in Cagliari, Triest, Novare und Arcore verlor das Mitte-rechts-Lager die Wahlen. Novare war bis dahin eine Hochburg der rechtspopulistischen Lega Nord, die Berlusconis Regierungskoalition angehört. In Arcore steht die Villa des Ministerpräsidenten, in der Berichten zufolge zahlreiche Partys mit jungen Frauen stattgefunden haben sollen.
Berlusconi hatte zwar am Sonntag versichert, dass das Ergebnis der Kommunalwahl keinen Einfluss auf seine Regierung haben werde, aber vor allem die Niederlage in seiner Heimatstadt dürfte schwer wiegen. Bei einem Besuch in Bukarest am Montag gab er sich laut italienischen Medien allerdings betont lässig. "Jetzt heißt es, Ruhe zu bewahren und voranzuschreiten", sagte Berlusconi. "Jedes Mal, wenn ich eine Niederlage erleide, verdreifache ich meine Kräfte."


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