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    Sozialist Hollande gewinnt Präsidentenwahl in Frankreich

    Amtsinhaber Sarkozy räumt Niederlage ein

    In Frankreich übernimmt erstmals seit 17 Jahren wieder ein Sozialist das Präsidentenamt: François Hollande errang mit 51,2 Prozent bei der Stichwahl am Sonntag den Sieg über Präsident Nicolas Sarkozy. Der konservative Staatschef, der auf 48,76 Prozent kam, übernahm die volle Verantwortung für die Niederlage und erklärte indirekt seinen Rückzug aus der Politik. Hollande kündigte einen Wandel Frankreichs an. Europa wolle er eine "Wachstumsdimension" geben, erklärte der Wahlsieger.

    "Der Wandel beginnt jetzt", sagte Hollande unter Berufung auf sein Wahlkampfmotto vor jubelnden Anhängern in der zentralfranzösischen Kleinstadt Tulle. Mit Blick auf die Anhänger Sarkozys sagte er: "Ich werde der Präsident aller sein". Kein Bürger solle "aufgegeben", "diskriminiert" werden. Er verpflichte sich, dem Land "zu dienen". Am Ende seiner Amtszeit wolle er sich daran messen lassen, ob er mehr Gleichheit und Gerechtigkeit geschaffen habe, hob er hervor.

    Es sei nun seine Mission, Europa eine "Wachstumsdimension" zu geben, sagte Hollande weiter. Das werde er auch den europäischen Partnern so schnell wie möglich sagen, "allen voran Deutschland - im Namen der Freundschaft, die uns verbindet und im Namen der Verantwortung, die wir teilen".

    Die sozialistische Parteichefin Martine Aubry sprach im Fernsehsender TF1 von einer "riesigen Freude". Die Sozialisten seien "stolz auf seinen Wahlkampf, stolz auf sein Projekt", ergänzte Aubry. Es sei kein Sieg eines Lagers gegen das andere, sondern "der Sieg Frankreichs". Hollande ist der erste Sozialist an der Staatsspitze seit dem Ende der Amtszeit von François Mitterrand, der 1988 wiedergewählt wurde und bis 1995 Präsident war.

    Am Bastille-Platz in Paris versammelten sich zehntausende Anhänger, um den Wahlsieg Hollandes zu feiern. Dort hatten die Sozialisten auch 1981 Mitterrands ersten Wahlsieg bejubelt. "Es ist vorbei mit Sarkozy" und "Wir haben gewonnen", rief die Menge.

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    Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach von einem "historischen Ereignis". Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Hollande. "Wir werden gemeinsam einen Wachstumpakt für Europa erarbeiten", kündigte Westerwelle an. Hollande hatte angekündigt, den EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin um eine Wachstumskomponente zu ergänzen. Eine Neuverhandlung des Paktes, die Hollande ebenfalls ins Gespräch gebracht hatte, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgelehnt. Direkt nach seiner Amtsübernahme will Hollande nach Berlin reisen, um sich mit Merkel (CDU) zu treffen.

    EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gratulierte Hollande. "Wir haben ein klares gemeinsames Ziel: Die europäische Wirtschaft wiederbeleben, um ein dauerhaftes Wachstum zu erreichen", erklärte Barroso.

    "Ich wünsche ihm angesichts der Herausforderungen viel Glück", sagte Sarkozy an Hollande gewandt. Gleichzeitig kündigte der Staatschef indirekt seinen Ausstieg aus der Politik an. Nach fünf Jahren an der Spitze des Landes werde sein Engagement nun ein "anderes" sein, sagte der konservative Politiker vor Anhängern in Paris, die ihm mit "Merci"-Rufen für seinen Einsatz dankten. "Ihr könnt auf mich zählen, aber mein Platz kann nicht mehr derselbe sein." Außenminister Alain Juppé kündigte mit Blick auf die Parlamentswahl im Juni an: "Wir werden zur nächsten Schlacht aufbrechen."

    Der scheidende Staatschef hatte bereits die erste Runde der Präsidentenwahl am 22. April knapp gegen Hollande verloren. Danach versuchte der 57-Jährige, vor allem die Wähler der rechtsextremen Front National (FN) auf seine Seite zu ziehen.

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