Ärzte sollen besser über Nutzen von Arzneimitteln informiert werden

Ein neues Programm für Patienten und Ärzte soll dazu beitragen, dass Antibiotika nicht unnötig verschrieben werden. Der Verband der Ersatzkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung entwickelten das Versorgungsprogramm "Resist"

Ärzte sollen künftig besser über den Nutzen von Arzneimitteln informiert werden, damit auch Patienten davon profitieren können. Mit dem neuen Arzneimittelgesetz, das der Bundesrat am Freitag billigte, soll zudem effektiver gegen Lieferengpässe bei Medikamenten vorgegangen werden.

Künftig sollen demnach auch die Besonderheiten von Kinderarzneimitteln bei der Nutzenbewertung stärker berücksichtigt werden. Bei Antibiotika wird zudem die Frage möglicher Resistenzen in die Nutzenbewertung einbezogen. Die Wartefrist für eine neuerliche Bewertung des Zusatznutzens aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wird verkürzt.

Um Lieferengpässe bei Arzneimitteln zu vermeiden, können die zuständigen Bundesoberbehörden von den Arzneimittelherstellern Informationen über die Absatzmenge und das Verschreibungsvolumen einfordern. Sanktionen sind allerdings nicht vorgesehen.

Gekippt worden war bereits im Vorfeld des Gesetzesbeschlusses ein zentraler Punkt des ursprünglichen Entwurfs. Für neue innovative Medikamente, die als Preistreiber gelten, wollte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ursprünglich im ersten Jahr nach der Markteinführung eine Umsatzschwelle einführen. Dadurch sollten die Ausgaben begrenzt werden.

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