Ärzte warnen wegen Ende kostenloser Coronatests vor Anstieg bei Infektionen

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Vor dem Auslaufen der kostenlosen Corona-Tests am Montag hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund vor einem Anstieg der Infektionen gewarnt.

Ab 11. Oktober sind die Corona-Bürgertests in Deutschland, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr kostenlos. (Bild: Reuters)
Ab 11. Oktober sind die Corona-Bürgertests in Deutschland, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr kostenlos. (Bild: Reuters)

"Kostenpflichtige Coronatests führen dazu, dass sich künftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden", sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Sonntag. "Das ist ein Einfallstor für eine weitere Übertragung des Virus." Der Sozialverband VdK forderte Ausnahmeregelungen.

Ab Montag sind die Bürgertests nicht mehr kostenlos. So will die Politik den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich impfen zu lassen. Wer als Ungeimpfter ein Restaurant oder eine Veranstaltung besuchen will, der muss den dafür benötigten Corona-Test selber bezahlen.

Spahn: Fairness gebietet Abschaffung von Gratis-Corona-Tests

Ausnahmen gelten unter anderem für alle Gruppen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder für die noch kein Impfstoff zur Verfügung steht. Dazu zählen beispielsweise Kinder unter zwölf Jahren. Für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren und Schwangere gilt eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die Maßnahme. "Kostenlose Bürgertests abzuschaffen, gebietet die Fairness vor dem Steuerzahler", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Sonntag. Jeder, für den es empfohlen sei und der wolle, habe sich mittlerweile impfen lassen können.

Tests in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen oder auf der Arbeit werde es aber weiterhin kostenlos geben, betonte Spahn. "Das ist wichtig, um gut durch Herbst und Winter zu kommen."

Klare Regelung für Pflegeheime gefordert

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte eine klare Regelung für die Pflegeheime. Eine verbindliche Testpflicht der Einrichtungen für Besucher bestehe bislang nicht, erklärte Vorstand Eugen Brysch am Sonntag. "Das Chaos aus dem letzten Herbst darf sich nicht wiederholen." Damals sei Besuchern in Pflegeheimen der Zutritt untersagt worden, weil sie keinen Test vorweisen konnten.

Brysch zufolge müssen die 12.000 Pflegeheime per Verordnung verpflichtet werden, Tests vor Ort durchzuführen. Auch die Kostenerstattung für die Tests und den Personalaufwand müsse bundeseinheitlich geregelt werden.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Zahl der Impfungen durch das Ende der kostenlosen Bürgertests steigen wird. "Kostenpflichtige Tests werden dazu führen, dass sich sehr viele noch impfen lassen, weil sie eine regelmäßige Testung vermeiden wollen", sagte Lauterbach den Funke-Zeitungen.

7.612 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 66,1

Johna kritisierte allerdings, dass gar nicht klar sei, wie viele Menschen noch nicht geimpft seien. Das Robert-Koch-Institut hatte am Donnerstag gemeldet, dass anhand von Umfragen zur Impfbereitschaft und Meldedaten doch von einer Impfquote von 80 Prozent doppelt geimpfter Erwachsenen ausgegangen werden könne und von bis zu 84 Prozent mindestens einmal Geimpften. Das wären fünf Prozentpunkte mehr als im Digitalen Impfquoten-Monitoring erfasst sind.

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