Ärztepräsident kritisiert zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte in Gesundheitswesen

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Stethoskop und Tabletten (AFP/FRANCK FIFE)

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat eine zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen kritisiert. "Wir leben in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft, und die Pandemie hat diese Polarisierung noch einmal verschärft", sagte Reinhardt zum Auftakt des 125. Deutschen Ärztetags am Montag in Berlin. Dies habe auch Auswirkungen auf Praxen und Kliniken.

"Impfende Ärztinnen und Ärzte erhalten Drohbriefe, werden Opfer verbaler und körperlicher Gewalt", beklagte der Ärztepräsident laut Redetext. Mitunter sei sogar Polizeischutz für Praxisteams oder Klinikambulanzen notwendig. Reinhardt forderte "ein klarstellendes Bekenntnis zum besonderen Schutz aller Beschäftigten im Gesundheitswesen, die tagtäglich antreten, um anderen zu helfen und im Idealfall zu heilen".

Themen des Ärztetags, der wegen der Coronalage als hybride Veranstaltung stattfindet, sind ferner die Digitalisierung im Gesundheitswesen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit und die Folgen der Pandemie. Anders als in den Vorjahren nimmt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht teil.

Nach Ansicht der Ärzteschaft muss die Gesundheitskompetenz der Menschen gefördert werden, nicht nur die Pandemie betreffend. Wenn es um Antworten - auch zu den in sozialen Medien kursierenden Falschmeldungen - gehe, mangele es aber häufig an gesundheitlicher Aufklärung von staatlichen Stellen. "Gesundheitsinformationen müssen leicht verständlich sein und in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen", sagte Reinhardt.

In diesem Zusammenhang forderte er den Ausbau des Robert-Koch-Instituts (RKI) "zu einer echten Infektionsschutzbehörde wie in den USA". Das RKI müsse zudem fachlich und rechtlich unabhängig vom Bundesgesundheitsministerium sein.

hex/cfm

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