Ärztepräsident Montgomery fordert nationale Medikamenten-Reserve

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation hat vor einem Mangel an Spenderorganen in Deutschland gewarnt. "Die Situation ist zutiefst besorgniserregend", erklärte der medizinische Vorstand Axel Rahmel in Frankfurt am Main

Als Reaktion auf Lieferengpässe beim Narkosemittel Remifentanil hat Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery gefordert, die Arzneimittel-Produktion international besser zu überwachen und für wichtige Arzneimittel in Deutschland eine Medikamenten-Reserve anzulegen. "Es kann nicht sein, dass ein hoch industrialisiertes Land wie Deutschland die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nicht sicherstellen kann.", sagte Montgomery der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe).

Lieferengpässe von Arzneimitteln seien ein generelles Problem, sagte Montgomery. Die Grundstoffe wichtiger Medikamente würden häufig nur noch von wenigen Firmen zumeist in China oder Indien hergestellt. "Diese Abhängigkeit von wenigen Produktionsstandorten ist nicht gesund", sagte der Ärztepräsident. Die Bundesregierung müsse "darauf drängen, dass ein internationales Kataster über Arzneimittel aufgebaut" wird. "Wir müssen wissen, welche Medikamente wo und wie produziert werden."

"Für wichtige Arzneimittel benötigen wir eine nationale Medikamenten-Reserve. Lebenswichtige Medikamente müssen jederzeit zur Verfügung stehen", sagte Montgomery. Bei Präparaten mit dem Wirkstoff Remifentanil gibt es seit einigen Monaten Nachschubprobleme. Das Narkosemittel kommt vor allem bei ambulanten Operationen zum Einsatz.

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