Ärztepräsident Montgomery fordert nationale Medikamenten-Reserve

So viele Männer wie noch nie legen sich in Deutschland für die Schönheit unters Messer. Im vergangenen Jahr waren 17,5 Prozent der Patienten bei schönheitschirurgischen Eingriffen Männer, was ein Höchststand sei, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Befragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hervorgeht. Männer lassen demnach vor allem Augenlider und Oberkörper straffen. Bei Frauen steht erstmals seit 2009 die Brustvergrößerung nicht mehr an der Spitze der gefragtesten Schönheits-OPs

Als Reaktion auf Lieferengpässe beim Narkosemittel Remifentanil hat Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery gefordert, die Arzneimittel-Produktion international besser zu überwachen und für wichtige Arzneimittel in Deutschland eine Medikamenten-Reserve anzulegen. "Es kann nicht sein, dass ein hoch industrialisiertes Land wie Deutschland die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nicht sicherstellen kann.", sagte Montgomery der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe).

Lieferengpässe von Arzneimitteln seien ein generelles Problem, sagte Montgomery. Die Grundstoffe wichtiger Medikamente würden häufig nur noch von wenigen Firmen zumeist in China oder Indien hergestellt. "Diese Abhängigkeit von wenigen Produktionsstandorten ist nicht gesund", sagte der Ärztepräsident. Die Bundesregierung müsse "darauf drängen, dass ein internationales Kataster über Arzneimittel aufgebaut" wird. "Wir müssen wissen, welche Medikamente wo und wie produziert werden."

"Für wichtige Arzneimittel benötigen wir eine nationale Medikamenten-Reserve. Lebenswichtige Medikamente müssen jederzeit zur Verfügung stehen", sagte Montgomery. Bei Präparaten mit dem Wirkstoff Remifentanil gibt es seit einigen Monaten Nachschubprobleme. Das Narkosemittel kommt vor allem bei ambulanten Operationen zum Einsatz.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen