Ärztepräsident warnt nach Impfgipfel vor "Frustwelle" bei Patienten in Praxen

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Die Bonner Kinderärztin Anila Sternberg impft eine Jugendliche (Bild: REUTERS/Leon Kuegeler)
Die Bonner Kinderärztin Anila Sternberg impft eine Jugendliche (Bild: REUTERS/Leon Kuegeler)

Nach dem Impfgipfel hat Ärztepräsident Klaus Reinhardt vor wachsendem politischen und gesellschaftlichen Druck auf Eltern gewarnt, ihre Kinder impfen zu lassen.

"Die Datenlage zu Risiken und Nutzen einer möglichen Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit noch so unzureichend, dass man keine Empfehlung abgeben kann", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post" vom Freitag. Deshalb sei es richtig, dass die Ständige Impfkommission die Gefährdung der Kinder durch Sars-Cov-2 mit Bedacht analysiere.

Impfstoff reicht noch nicht aus

Angesichts der Vereinbarung von Bund und Ländern, dass sich ab 7. Juni mit dem Wegfall der Priorisierung auch Kinder ab zwölf Jahren um einen Impftermin bemühen können, verwies der Ärztepräsident auf die nach wie vor unzureichenden Impfstoff-Kapazitäten in den Praxen. Das Praxispersonal müsse deshalb viel Zeit für diejenigen Patienten aufwenden, "die bei den Impfungen noch nicht zum Zuge kommen und deshalb frustriert sind".

"Diese Frustwelle darf sich keinesfalls fortsetzen oder gar verstärken", warnte Reinhardt. Die Bundesländer sollten deshalb dringend zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche auch in den Impfzentren schaffen.

Video: Hausärzteverband fordert Freiheiten für Kinder - auch ohne Impfung

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