Ärzteverband fordert mehr Reha-Möglichkeiten für kranke Kinder

Kranke Kinder sollen mehr Reha bekommen

Fachärzte fordern angesichts des wachsenden Anteils chronisch kranker Kinder und Jugendlicher mehr Reha-Möglichkeiten speziell für diese Altersgruppe. "Deutlich gestärkt werden muss die Rehabilitation", heißt es in einem Schreiben des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) an die Kinderkommission des Bundestags. Demnach ging die Zahl der Anträge für Kinder- und Jugendreha in den letzten Jahren aber deutlich zurück.

Linken-Gesundheitsexpertin Birgit Wöllert forderte in der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag, die Gründe für diesen Rückgang zu klären. Die Zeitung hatte zuerst über das Schreiben des Ärzteverbands BVKJ berichtet.

Auch die Bundesregierung räumte ein: "Bisher nimmt nur ein kleiner Teil der zunehmend mehr chronisch und psychosomatisch kranken Kinder und Jugendlichen eine Reha in Anspruch." Dies solle aber "durch die umfassende gesetzliche Ausgestaltung des Anspruchs" geändert werden, heißt es in der Antwort des Gesundheitsministeriums an Wöllert.

Die Kinder- und Jugendärzte vermuten als eine Ursache für den Rückgang der Anträge die Bürokratie des Verfahrens. Zudem würden wohl viele Schüler fürchten, bei langer Abwesenheit den Anschluss zu verpassen. Und schließlich finanzierten einige Kostenträger die Begleitung des Kindes durch einen Erwachsenen nur bis zum 10. Geburtstag.

Abschreckend wirkt nach Angaben des Verbands auch die hohe Ablehnungsquote. "Über ein Drittel der durch Ärzte gestellten Anträge werden von den Kostenträgern abgelehnt", schrieb der BVKJ. "Diese Ablehnungsquote muss gesenkt werden." Zu den Gründen für diese Entwicklung konnte das Gesundheitsministeriums mit Verweis auf fehlende Daten keine Angaben machen.

Die Kinder- und Jugendärzte betonten, dass der Anteil chronisch kranker Kinder und Jugendlicher zunehme. Genannt wurden Allergien, Asthma, krankhafte Fettleibigkeit sowie Verhaltensstörungen wie ADHS. Der BVKJ wies darauf hin, dass die häufig verordneten Mutter-Kind-Kuren kein angemessener Ersatz für Kinder-Rehas seien. Auch dieses Ausweichen soll nach Angaben des Gesundheitsministeriums durch neue Bestimmungen künftig vermieden werden können.

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