Öffentlichkeitsfahndung nach Entführer des Unternehmersohns Würth

Grausiger Leichenfund in Mönchengladbach: Ein Spaziergänger hat in einem Baum die Leiche eines Manns entdeckt, die sich dort unbemerkt bereits seit mehreren Wochen befand. (Archivbild)

Knapp zwei Jahre nach der Entführung des Unternehmersohns Markus Würth haben die Ermittler eine Öffentlichkeitsfahdnung nach dem weiterhin unbekannten Täter gestartet. Aufgrund einer Tonbandaufzeichnung der Stimme des Entführers wurde ein Täterprofil erstellt, wie die Polizei Fulda und die Staatsanwaltschaft Gießen am Mittwochabend mitteilten. Für Hinweise auf den Entführer wurde eine Belohnung von 30.000 Euro ausgesetzt.

Der 40 bis 52 Jahre alte Mann stammt laut den Ermittlern "mit hoher Wahrscheinlichkeit" aus Serbien, dem Kosovo, Montenegro oder Mazedonien. Er kam demnach vermutlich bereits vor dem Jahr 2001 nach Deutschland und lebte mehrere Jahre im Großraum Frankfurt am Main, wo er möglicherweise noch heute wohnt.

"Beruflich ist der Sprecher wahrscheinlich im Umgang mit Menschen geübt", erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Er könnte demnach beispielsweise in der Dienstleistungsbranche gearbeitet haben oder als Bote tätig gewesen sein. Denkbar sei zudem eine Beschäftigung im sozial-karitativen Bereich oder in der Gastronomie.

Bei der Suche nach dem Mann setzen die Ermittler auch auf Hinweise aufgrund eines Berichts in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" am Mittwochabend. Darüber hinaus wandten sich die Ermittler gezielt an Menschen, die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen und jetzt im Rhein-Main-Gebiet wohnen.

Der damals 50-jährige Sohn des Schraubenunternehmers Reinhold Würth war im Juni 2015 im hessischen Schlitz entführt worden. Der Entführer forderte ein Lösegeld in Millionenhöhe, zu einer Geldübergabe kam es aber nicht.

Einen Tag nach der Entführung wurde Markus Würth in einem Waldgebiet bei Würzburg an einem Baum gefesselt, aber wohlbehalten aufgefunden. Das Schraubenunternehmen Würth hat seinen Sitz in Künzelsau bei Heilbronn.

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