Österreich: "Russen-Hotels" für 9,8 Millionen Euro zwangsversteigert

In Österreich sind zwei Hotels, die bislang in russischer Hand waren, für insgesamt 9,8 Millionen Euro zwangsversteigert worden. Das "Hotel Maximilian" geht an eine Bietergemeinschaft aus dem Ötztal für sechs Millionen Euro, das "Hotel Tirolerhof" an Serfauser Hoteliers für 3,8 Millionen.

Beide Hotels in einem prestigeträchtigen Ferienort Tirols werden Andrej Metelsky zugerechnet, dem Moskauer Vorsitzenden von Putins Regierungspartei "Einiges Russland", genau wie das "Mozart Hotel Vital" in Ried (ebenfalls Tirol).

Die drei Tiroler Hotels waren während der Corona-Pandemie 2020 in Zahlungsschwierigkeiten geraten, genauso wie die Sotour Austria Hotelbetriebs GmbH in Wien, ein weiteres Metelsky-Unternehmen, das vor kurzem Insolvenz angemeldet hatte.

Dmitri Leonowitsch, Geschäftsführer der Tiroler Hotels, erklärte gegenüber österreichischen Medien, dass die Versteigerungsverfahren den Betrieb der Hotels nicht beeinträchtigen würden. Allerdings stehen Zahlungen an Mitarbeiter und Lieferanten teilweise noch aus.

Seit 2020 hatten die Behörden mit der Zwangsversteigerung gedroht, die Schulden bei der Bank beliefen sich auf mehr als drei Millionen Euro. Wenig Verständnis für die unter den Hammer gekommenen Hotels zeigte Neos-Klubchef Dominik Oberhofer. Er forderte Metelsky auf, seine drei Tiroler Hotels ukrainischen Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

Österreichischen Medienberichten zufolge erhielten dieses und andere "Oligarchen-Hotels" während der Pandemie mehr als 6 Millionen Euro Corona-Hilfen aus der Staatskasse.

Im Jahr 2019 hatte der russische Oppositionelle Alexej Navalny den Multihotelbesitzer Metelsky beschuldigt, den österreichischen Immobilien-Deal und das Geschäft mit den Hotels in den österreichischen Alpen zu verheimlichen.

(Anmerkung: als "Klub" wird in Österreich der Zusammenschluss von Abgeordneten bezeichnet)

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