Österreichs Bundeskanzler Kern gibt den Pizzaboten

Kern startet mit Video "Zuhör-Kampagne"

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern hat mit einer Aktion, bei der er angeblich ahnungslosen Menschen Pizza liefert, Kritik und Häme ausgelöst. "Zufällig" sei einer der ersten "Kunden" des SPÖ-Chefs ein Funktionär der eigenen Partei gewesen, hieß es am Donnerstag in sozialen Medien. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler erklärte, keiner der Menschen in dem dreieinhalbminütigen Video habe im Vorhinein Bescheid gewusst. Alle seien "überrascht" gewesen.

Mit dem am Mittwoch ins Netz gestellten Video startete die SPÖ ihre "Zuhör-Kampagne". "Leider kommt ja selten einer von euch bei mir im Bundeskanzleramt vorbei", sagte Kern den Leuten, die er als "Pizzabote" besucht und nach ihren Sorgen und Anliegen fragt. Damit wolle die SPÖ zeigen, dass sie "die Partei ist, die um die Mittelschicht kämpft", erklärte Niedermühlbichler.

Schon 500.000 Menschen hätten sich das Video angesehen, erklärte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer. Die rechtspopulistische FPÖ, die sich in einem Umfragehoch befindet, nannte das Video "peinlich".

In Österreich wird spekuliert, dass Kern ähnlich wie die britische Premierministerin Theresa May vorgezogene Neuwahlen will, um sich breiten Rückhalt zu verschaffen. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hatte im Mai 2016 das Regierungsamt des überraschend zurückgetretenen Sozialdemokraten Werner Faymann übernommen.

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