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Özdemir begrüßt EU-Zugeständnis an Bauern beim Brachland - mit Einschränkungen

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat den EU-Vorschlag für längerfristig gelockerte Vorgaben für den Brachlandanteil mit Einschränkungen begrüßt. (JOHN MACDOUGALL)
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat den EU-Vorschlag für längerfristig gelockerte Vorgaben für den Brachlandanteil mit Einschränkungen begrüßt. (JOHN MACDOUGALL)

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat den EU-Vorschlag für längerfristig gelockerte Vorgaben für den Brachlandanteil mit Einschränkungen begrüßt. "Ich werbe innerhalb der Bundesregierung dafür, dass wir dem Vorschlag der EU-Kommission zu den Brachflächen zustimmen", erklärte er am Donnerstag. Dennoch brauche es "effizienten und effektiven Schutz der Artenvielfalt".

Vor dem Hintergrund anhaltender Bauernproteste in mehreren europäischen Ländern hatte Brüssel angeboten, die Umweltvorschriften für einen Mindestanteil an Brachland auf Ackerflächen bis Jahresende ausgesetzt zu lassen. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU sieht vor, dass Landwirte vier Prozent ihrer Nutzflächen brach liegen lassen. Dadurch sollen Flächen für wild lebende Arten geschaffen werden. Die Kommission hatte die Regelung infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ausgesetzt, ursprünglich um die Lebensmittelversorgung abzusichern.

Als Zugeständnis an die protestierenden Landwirte halte er die weitere Verlängerung bis zum Jahresende vertretbar, machte Özdemir deutlich. Aber auch die Artenvielfalt sei "ein unverzichtbarer Produktionsfaktor für unsere Landwirtschaft". Mit Blick auf das Artensterben und den Klimawandel fügte er hinzu: "Wir können nicht die eine Krise auf Kosten einer anderen lösen."

In mehreren europäischen Ländern gehen Landwirtinnen und Landwirte seit Wochen gegen die Agrarpolitik ihrer Regierungen und Vorgaben aus Brüssel auf die Straße. Frankreichs Regierung stellte den Bauern daraufhin unter anderem Ausnahmen von den EU-Umweltauflagen in Aussicht.

pe/awe