Übelste Beschimpfungen: Bei Promi Big Brother eskaliert der Nervenkrieg

Rupert Sommer
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Übelste Beschimpfungen: Bei Promi Big Brother eskaliert der Nervenkrieg

Voll aggro: Heftiger Zoff und fast ein bisschen Unterwasser-Erotik auf dem SAT.1 Campingplatz. Angesichts von derbem Hunger, juckender Kopfhäute und verrückt spielender Hormone fallen bei "Promi Big Brother" jetzt alle Hemmung.

Jetzt wird's endlich nicht mehr wirklich jugendfrei. "Ich glaube, ich habe meinen Eisprung", stöhnte die immer paarungsbereitere Janine in der neuesten Folge von "Promi Big Brother" am Donnerstagabend - zu einer Uhrzeit, zu der allzu unschuldige Fernsehzuschauer hoffentlich bereits ihr Bett aufgesucht hatten. Im superknappen G-String räkelte sich die "Leben.Lieben.Leipzig"-Darstellerin im ebenso superengen Schaumbadebecken mit ihrem neuen Zeltlager-Lover Tobi. "Ich will auch mal einen festen Mann", gestand sie den Kameras und Mikrofonen. Einen Mann, "mit dem ich auch mal ein Kind machen kann." Kam es dazu? Dazu hätte SAT.1 Unterwasserkameras installieren müssen. Aber es bleibt ein sehr erotisches Prickeln.

Wie ihr Eisprung Janine auf Touren bringt

Immerhin klärte das hormongesteuerte Turteltäubchen schon gleich mal alle wesentlichen Fachfragen in der Sendung, die ja auch Volksbildungscharakter haben soll. "Es kommt auf die Technik an, nicht auf die Größe", dozierte Janine - und ließ dann aber doch keinen Zweifel daran, dass sie ihren Tobi für überdurchschnittlich gut bestückt hält. "Ich bin ja gut versorgt", säuselt sie dann noch. Und verschwand mit ihrem properen Gespielen zwischen den Laken im Luxuslager des Camps.

Vermutlich hätte SAT.1 bereitwillig noch viel verwegenere Bilder gezeigt. Wenn, ja wenn, da nicht der treudoofe Joey gewesen wäre. Der ehemalige "Dschungelkönig" möchte es bekanntlich ja allen recht machen und geht damit immer mehr Mitbewohnern schwer auf den Zeiger. Und so verkannte er komplett den aufgegeilten Ernst der Lage, als sich Janine und Tobi im Whirlpool vergnügen wollten und spielte unwillkommen die Rolle eines Romantik-Butlers. "Eigentlich muss ich die ja mal alleine lassen", schoss es dem ehemaligen "Rainforrest Gump" zwar noch durch den Kopf. Doch dann tauchte er wieder am Beckenrand auf. Wie soll man da in aller Ruhe zur Sache kommen?

Warum man Joey am liebsten im Liebes-Bad ersäuft hätte

Vermutlich spielten in Joeys schlichtem Herz die eigenen Hormone allzu sehr verrückt. Immerhin vermisst er seine eigene Herzensdame wie Bolle und legte ihr mit Kieselsteinen ein kitschiges Herz in den Zeltplatz-Rasen. Und für seinen Liebeskummer fand er wie immer berückende Worte. "Scheiß die Wand an, ey", stammelte er hochgradig poetisch. "Es ist ein schlimmes Gefühl in meinem Herzen." Ja, dieser Trennungsschmerz! Er wurde so schlimm, dass Joey - natürlich - wieder die Tränen kamen. Und dass er wieder eines seiner wunderschön grotesken Sprachbilder pinselte. "Dann hänge ich mein Herz an irgendeine Laterne", sagte er und machte damit seinem Kummer Luft. Schnüff!

Wie sich Chris und Eva verbal an die Gurgel gingen

Wie schön, wenn das der Grundton der neuen Folge gewesen wäre. Aber weit gefehlt. Es war galliger Zwist und fürchterlicher Zoff, der den Charakter des neuen langen SAT.1-Abends prägte. Mitten im Boxring: YouTuber Chris mit dem irgendwie undefinierbaren Düsseldorfer Ghetto-Slang und Eva, die verdauungsgestörte griechische Prinzessin auf der Erbse. Dass sich die beiden nicht leiden können, wusste man. Wie bereitwillig sich beide in einen fiesen Fight stürzen würden, war nicht abzusehen.

Mit der fast noch nüchternen Feststellung "Chris hat grundsätzlich ein Problem mit mir" fing es an. Der Konter war schon derber: "Sie geht mir auf die Eier", ätzte der Angegriffene. "Eva denkt nur an sich." Dann wurde es unsachlich: "Du bist ein respektloses Stück ... Prinzessin", schimpfte er. "Er ist die Katastrophe schlechthin", gab Eva zurück, und beleidigte anschliessend in einem Atemzug ihn und seine Mutter. "Du bist 'ne Bitch", parierte eh. Echt jetzt, Leute. Das wird schmutzig.

Zuletzt lacht nur - der Zuschauer

Umso verblüffender die Größe, die Großmaul Chris zum Schluss der Schlammschlacht zeigt. Er war es nämlich, der diesmal eine Friedensrichterrolle zugesprochen bekam - von "Big Brother" persönlich. Der Zauselbart mit den vielen finsteren Tätowierungen sollte drei Mit-"Zeltis" bestimmen, die direkt und per Weisung von Chris-Mufti in den begehrten Luxusbereich übersiedeln sollten. Weil er Ginger und Sophie mag, entschied er sich für sie. Dann blieb ihm noch eine Wahl: Und er gab Eva die Chance, "drüben" endlich mal Wohlleben zu genießen - und eine ordentliche Toilette aufzusuchen.

Noch brutaler als die Streithähne selbst, die "Promi Big Brother" hoffentlich noch einige Folgen in Atem halten werden, waren dann letztlich aber die Zuschauer: Sie trafen per Telefon-Voting eine krasse, aber in ihrer Perfidie schlüssige Entscheidung. Nach fünf Minuten auf der guten Seiten - und einer schnell gepafften Zigarette - schickten sie Prinzessin Eva prompt wieder zu ihrem Chris. Sein Gesicht sprach Bände.