Über WhatsApp kommunizierender Kinderporno-Ring gesprengt

Mit 38 Festnahmen in Deutschland und einigen anderen europäischen sowie lateinamerikanischen Ländern ist ein internationaler Kinderporno-Ring gesprengt worden, der über den Messenger-Dienst WhatsApp Bilder austauschte. Wie die europäische Polizeibehörde Europol und die internationale Polizeiorganisation Interpol am Dienstag in Den Haag mitteilten, erfolgten die Festnahmen bereits Ende März in 15 Ländern, darunter Argentinien, Mexiko, Kolumbien, Peru, aber auch Deutschland, Spanien, Portugal und Italien.

Überdies wurden den Angaben zufolge mehr als 300 Computer, Handys, Tablets und Festplatten beschlagnahmt. Die Polizeieinsätze unter dem Namen "Operation Tantalio" beruhten auf Ermittlungen, die die spanische Polizei Mitte vergangenen Jahres eingeleitet hatte. Diese konzentrierten sich zunächst auf das Verschlüsselungsnetzwerk "Tor", das Verbindungsdaten anonymisiert.

Dabei seien die spanischen Ermittler auf "klare Beweise" zum Austausch von Kinderporno-Bildern gestoßen, die sie zu privaten WhatsApp-Gruppen führten, erläuterte Europol. Untersucht würden nun insgesamt 25 Gruppen bei dem Messenger-Dienst. Mehr als 130 Verdächtige wurden identifiziert.

"Diese Straftäter reizen die Grenzen der modernen Technologie aus, um zu verhindern, dass sie von den Strafverfolgungsbehörden gefasst werden", erklärte Europol-Direktor Rob Wainwright. Daher müssten die Ermittlungsbehörden weiter international zusammenarbeiten und "unsere gemeinsamen Ressourcen und Fähigkeiten vereinen, um diese Gefahr für unsere Kinder anzupacken".

Der Interpol-Koordinator zur Bekämpfung von Verbrechen gegen Kinder, Björn Sellström, erklärte, Einsätze wie die "Operation Tantalio" sendeten "eine starke Botschaft" an Menschen aus, die an "abscheulichen Verbrechen" beteiligt seien.

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