Übergewicht: Rund, na und?

Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland kämpfen mit Übergewicht. Wie man lernt, sich zu akzeptieren und gesund zu leben

Die erste Diät machte Gisela Enders mit acht Jahren. Schon damals fühlte sie sich dicker als ihre Freundinnen. Das Abnehmen gelang. Doch dann nahm sie wieder zu. Zum Abitur hatte sie erneut stark abgenommen. Der Lehrer gratulierte ihr zu ihrer schlanken Figur – und nicht zu ihrem guten Schulabschluss.

Das Gewicht der heute 49-jährigen Berlinerin ging ständig hoch und runter. Mal nahm sie 20 Kilo ab, um gleich darauf wieder 25 Kilo zunehmen. Heute stellt sie sich nicht mehr auf die Waage. Es sei denn für eine medizinische Untersuchung. Das Gewicht will sie dann lieber nicht wissen. Zu lange hat sie sich von der Waage terrorisieren lassen.

Seit sie diese aus ihrem Leben verbannt hat, hat sich ihre Kleidergröße 52/54 nicht mehr verändert. Sie fühlt sich gesund, und die Hausärztin ist jedes Mal überrascht über ihre guten Blutwerte. Inzwischen kann Gisela Enders sagen: "Ich fühle mich wohl in meiner Haut."

Übergriffige Kommentare

"Wohl in meiner Haut": Das ist auch der Titel ihres Buches, in dem Gisela Enders über ihre Erfahrungen als Dicke berichtet. Auch wenn sie sich selbst inzwischen akzeptiert hat, so wie sie ist – die Gesellschaft macht es ihr häufig schwer.

"Es besteht immer die Gefahr, auf der Straße angesprochen zu werden", erzählt Gisela Enders. "Ob das die Beschimpfung als ,fette Kuh' ist, wenn ich mit dem Fahrrad daher komme, oder eine dumme Bemerkung, wenn ich nach einem schönen Abend das Restaurant verlasse: Es macht einen immer ein bisschen angespannt." Ein Hautarzt, den...

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