Überkochende Emotionen in "Rosins Heldenküche": "Würde mir vor Angst in die Hose sch...en!"

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Geduldsprobe für Frank Rosin (links): "Arbeitstag Nummer zwei: Es fehlt gleich einer!" - und zwar Brian (rechts). (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)
Geduldsprobe für Frank Rosin (links): "Arbeitstag Nummer zwei: Es fehlt gleich einer!" - und zwar Brian (rechts). (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)

Es wird geweint, geschrien und gefleht: Zehn "Helden" kochen bei Frank Rosin um eine bessere Zukunft. Doch nicht nur die Kandidatinnen und Kandidaten gehen in der Sozial-Doku an ihre Grenze. Auch Rosin selbst übermannten zum Auftakt der Kabel-Eins-Sendung seine Emotionen.

Tränen bei Frank Rosin: In seiner neuen Sozial-Doku "Rosins Heldenküche - Letzte Chance Traumjob" (sechs Folgen, donnerstags, 20.15 Uhr, Kabel Eins) rang der Sternekoch um Fassung: "Es ist für mich so unfassbar emotional! Ich hab selbst nicht damit gerechnet, dass mich das so mitnimmt", gestand der 55-Jährige. "Ich hab auch drei Kinder, und wenn ich mir vorstelle, die würden in so einer Situation stehen, dann würde ich mir vor Angst in die Hose scheißen!"

Es ist sein "Sozialprojekt": Zehn Menschen ohne Zukunft, "die nicht so viel Glück hatten", will Rosin die Chance ihres Lebens geben: einen Ausbildungsplatz in der Top-Gastronomie namhafter Spitzenköche oder sogar in seiner eigenen Sterneküche. Dazu müssen sie sich zwei Monate lang unter seinen strengen Augen bewähren.

Rosin hat sich viel vorgenommen: Schützling Andre etwa ist wegen Betrugs vorbestraft. Der 29-Jährige, dessen Sohn im Heim lebt, hat über 1000 Bewerbungen geschrieben, allerdings vergebens. Kandidatin Pia (26) hat erst vier Monate in ihrem Leben gearbeitet. Wie die meisten in "Rosins Heldenküche" steht die zweifache Mutter ohne Schulabschluss da. "Ich bin paarmal sitzengeblieben", berichtete sie, "bis ich irgendwann mit den ganz Kleinen in der Klasse saß und mich geschämt habe. Da bin ich nicht mehr hingegangen."

Zehn Menschen ohne Zukunft will Rosin die Chance ihres Lebens geben: einen Ausbildungsplatz in der Top-Gastronomie. (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)
Zehn Menschen ohne Zukunft will Rosin die Chance ihres Lebens geben: einen Ausbildungsplatz in der Top-Gastronomie. (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)

"Arbeitstag Nummer zwei: Es fehlt gleich einer!"

An Tag eins in der Küche wurden die Regeln aufgestellt: Respekt, Ordnung und Hygiene, Fleiß, Pünktlichkeit und Lernbereitschaft sind für den Maître essenziell. "Und keine Intrigen, soziales Miteinander ist das Allerwichtigste", betonte Rosin. Können die zehn Kandidaten diese Anforderungen nicht erfüllen, "ist das Rückfahrticket nach Hause schneller gebucht, als ihr glaubt", warnte er. Doch hinter der harten Schale steckte ein extrem weicher Kern, wie sich noch herausstellen sollte.

Tags darauf sollten die Schützlinge des Gastronomen ihr Lieblingsgericht kochen. "Fischstäbchen meets 5-Minuten-Terrine", scherzte der Starkoch noch, doch dann fiel ihm auf, Brian fehlt. Der ehemalige Drogenabhängige, der im Heim groß wurde, hatte sich zu Hause verbarrikadiert und öffnete nicht mal Rosin selbst die Tür. "Es ist natürlich ein extremes Zeichen, aber für was?", fragte sich der Koch.

Am nächsten Morgen erschien der Delinquent, als wäre nichts geschehen - Zeit für ein klärendes Gespräch: "Mein Rhythmus ist im Arsch, ich steh abends auf und geh tagsüber schlafen!", versuchte Brian sich zu erklären. "Alle Helden haben eine Geschichte", verriet Rosin dem Publikum. "Und jeder hier braucht zwischendurch mal eine zweite Chance." Brian durfte bleiben - vorerst,

Marvin bekommt Tipps von Kochmeister Frank Rosin (rechts). (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)
Marvin bekommt Tipps von Kochmeister Frank Rosin (rechts). (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)

"Man putzt sich auch nicht den Hintern ab und geht dann aufs Klo!"

Brian war nicht das einzige Sorgenkind, das die ganze Aufmerksamkeit des Sternekochs forderte: Katharina verzweifelte bei der Zubereitung ihrer Leibspeise: Apfelpfannkuchen. "Ich merke gerade, das ist mir zu viel mit der Kamera", erklärte die 24-Jährige den Tränen nah. Der Chef nahm sie zur Seite, um sie zu beruhigen, doch es half nichts. "Katharina war nicht fähig, einen Apfel zu schneiden, geschweige denn, ein Messer zu halten", resümierte Rosin. Schließlich meldete sich Katharina krank und musste wenig später auch die Sendung verlassen. Rosin erklärte: "Ich kann die Verantwortung nicht übernehmen!"

Puh, so viel Stress mit dem Koch-Nachwuchs! Da kam die Unterstützung des Starkochs Alexander Kumptner gerade recht. Der 38-Jährige veranstaltete mit den Schützlingen seines Kollegen eine Wiener-Schnitzel-Challenge. Der Gewinner durfte sich über ein Praktikum in Kumptners Wiener Restaurant freuen. "Ich kann mich in die Menschen reinversetzen", gestand der Österreicher. "Mir ging's auch mal nicht so gut, aber ich hatte meine Familie, die mich auf die rechte Bahn versetzt hat."

Bei der Koch-Herausforderung musste Frank Rosin erneut schimpfen: "Alles, was am längsten dauert, macht man zuerst. Man putzt sich auch nicht den Hintern ab und geht dann aufs Klo!" Hatten die Kandidaten doch glatt vergessen, den Herd vorzuheizen. Das Ergebnis sprach dennoch für sich, besonders bei Gewinner Andre, der vor Freude in Tränen ausbrach. "Beim Kosten hab ich gedacht, das ist jetzt bei meiner Oma, als ich klein war", lobte Kumptner. "Es freut mich, dass ich jemanden zum Heulen bringe, weil er es so gut macht. Du kannst richtig stolz auf dich sein!"

Andre (rechts) kann bei der Wiener-Schnitzel-Challenge begeistern. Die Anerkennung von Frank Rosin (links), Marvin (Zweiter von links) und Pascal ist ihm sicher. (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)
Andre (rechts) kann bei der Wiener-Schnitzel-Challenge begeistern. Die Anerkennung von Frank Rosin (links), Marvin (Zweiter von links) und Pascal ist ihm sicher. (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)

Zweite Chance für den "Schaumschläger"?

Doch genug der guten Laune: Das nächste Drama stand schon in den Startlöchern. Mirco nervte Rosin nicht nur durch sein ständiges Gequatsche. Der Maître hielt ihn auch für einen Simulanten, als er über seine lädierte Kniescheibe klagte. "Mirco ist ein kleiner Schaumschläger!", urteilte Rosin. Schließlich wurde der Koch-Neuling aber doch vom Arzt krankgeschrieben. Sein Aus bei "Rosins Heldenküche" schien vorprogrammiert.

Doch mal wieder ließ sich das Herz des Sternekochs erweichen, als Mirco ihm von seiner traumatischen Vergangenheit erzählte, dem Tod seiner Mutter, der Zeit im Heim: "Du weißt nicht, was mich zu Hause erwartet", flehte Mirco. "Diese negativen Schwingungen. 'Du hast es wieder nicht geschafft! Haben wir dir doch gesagt! So ein Nichtsnutz!'"

Frank Rosin kam ins Grübeln. "Ich brauche eine neue Perspektive", fuhr sein Schützling fort, "dass man jeden Morgen aufsteht und denkt: 'Ja, das will ich!'" Und so gab es ein Happy End für Mirco. "Eigentlich wollte ich ihm sagen, dass für ihn die Reise heute beendet ist", erklärte der Starkoch. "Aber er hat recht, dann bin ich nicht anders als die, die euch bis jetzt fallen gelassen haben!"

"Es ist für mich so unfassbar emotional! Ich hab selbst nicht damit gerechnet, dass mich das so mitnimmt." - Frank Rosin kommen in der "Heldenküche" auch mal die Tränen. (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)
"Es ist für mich so unfassbar emotional! Ich hab selbst nicht damit gerechnet, dass mich das so mitnimmt." - Frank Rosin kommen in der "Heldenküche" auch mal die Tränen. (Bild: Kabel Eins / Willi Weber)
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