Überlastete Polizei-Ärzte : 1500 Berliner Polizisten sind krank im Dienst

Die Betriebsärzte kommen mit der Bearbeitung von Anträgen auf Arbeitsunfähigkeit nicht mehr hinterher. Polizisten warten auf Termine.

Von den rund 16.400 Vollzugsbeamten in Berlin hängt fast jeder Zehnte in der Warteschleife des Polizeiärztlichen Dienstes. Nach Informationen der Berliner Morgenpost liegen den Medizinern mittlerweile mehr als 1500 unerledigte Untersuchungsaufträge vor. Die Innenverwaltung räumt in einer kleinen Anfrage von Tom Schreiber (SPD) ein, dass es "erhebliche Gutachterrückstände" gibt.

Die Arbeit als Polizist kann gefährlich sein – und mitunter erleiden Ordnungshüter bei Einsätzen schwere Verletzungen. Ob Beamte nach solchen Vorfällen noch voll einsatzfähig sind, ob sie nur noch mit Einschränkungen arbeiten können oder sogar ganz aus dem Dienst ausscheiden müssen – das entscheidet der Polizeiärztliche Dienst. Doch die Stelle ist überlastet und kommt mit der Bearbeitung der Anträge nicht hinterher.

Die Folgen des Bearbeitungsstaus, so sehen es Kritiker, können fatal sein – für die Beamten, aber auch für die Arbeitsfähigkeit der Polizei. "Damit laufen wir Gefahr, dass sich Kollegen in der Zeit, in der sie auf einen Termin beim Polizeiärztlichen Dienst warten, krankschreiben lassen", sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. "Dies wäre nur verständlich, wenn ihr Körper aufgrund der stetigen Überbelastung irgendwann Tribut zahlen muss." Man müsse darüber nachdenken, ob sich für die Kollegen nicht eine andere Beschäftigung innerhalb der Behörde finden lasse. Die Möglichkeit, in einer anderen Dienststelle anzufangen, müsse aber vom Polizeiärztlichen Dienst geprüft werden.

Gesundheit der Beamten nim...

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