Überraschendes Lob von Trump für Yellen

US-Notenbankchefin Janet Yellen wird jetzt von Präsident Trump gelobt

Weitere überraschende Kehrtwende von Donald Trump: Der US-Präsident hat seine Wertschätzung für die von ihm während des Wahlkampfs heftig attackierte Notenbankchefin Janet Yellen bekundet. "Ich mag sie, ich respektiere sie", sagte Trump in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem "Wall Street Journal".

Trump hatte der Vorsitzenden der Federal Reserve während der Wahlkampagne vorgeworfen, eine "politisch" motivierte Zinspolitik zu betreiben: Sie halte den Leitzins künstlich niedrig, um die Wirtschaftsbilanz von Präsident Barack Obama aufzumöbeln. Der Immobilienmogul hielt Yellen seinerzeit sogar vor, sie solle sich dafür "schämen".

Es war deshalb viel darüber spekuliert worden, dass Trump die Notenbankchefin zum Ende ihrer derzeitigen Amtszeit im Februar kommenden Jahres ersetzen könnte. In dem Zeitungsinterview ließ er nun die Möglichkeit offen, dass er Yellen darüber hinaus im Amt behalten könnte. Es sei noch "sehr früh", um sich mit dieser Frage zu befassen, sagte der US-Präsident auf eine entsprechende Frage.

Trump sagte ferner in dem Interview, er möge "eine Politik der niedrigen Zinsen, das muss ich Ihnen ehrlich sagen". Die Fed hatte allerdings nach einem jahrelangen Niedrigzinskurs, den sie als Reaktion auf die Finanzkrise des Jahres 2008 eingeleitet hatte, seit Trumps Wahlsieg im November den Leitzins zwei Mal leicht angehoben.

Die Äußerungen des US-Präsidenten über Yellen reihen sich in eine ganze Serie von Kehrtwenden ein, die Trump in jüngster Zeit vollzogen hat. So sagte er in demselben Interview, dass er China nicht mehr den Vorwurf mache, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um sich Vorteile im internationalen Handel zu verschaffen.

Im Wahlkampf hatte Trump hingegen gesagt, er wolle China als "Währungsmanipulator" einstufen. Dies hätte potenziell zu Strafzöllen gegen China und einer entsprechenden chinesischen Reaktion - also einem Handelskrieg - führen können.

Als Hauptproblem sieht der US-Präsident inzwischen nicht mehr einen zu schwachen Yuan, sondern einen zu hohen Dollarkurs - die US-Waren werden dadurch auf dem Weltmarkt teurer. Der Dollar sei "zu stark", was den US-Unternehmen schade, sagte Trump dem "Wall Street Journal".

Er führte die Stärke des Dollar darauf zurück, dass durch seine Präsidentschaft das Vertrauen der Märkte in die US-Wirtschaft gewachsen sei: "Teilweise ist das meine Schuld, weil die Leute mir vertrauen". Zwar gebe es "einige sehr gute Dinge" an einem starken Dollar. Doch letztlich mache es ein hoher Dollarkurs "sehr, sehr hart" im internationalen Wettbewerb, wenn "andere Länder ihre Währung abwerten".

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