„Germanwings“-Katastrophe: Co-Pilot informierte sich über Medikamente mit harntreibender Wirkung

Andreas Lubitz soll an schweren Depressionen gelitten haben. (Foto: dpa)
Andreas Lubitz soll an schweren Depressionen gelitten haben. (Foto: dpa)

Fahnder haben bei der Untersuchung im Fall des „Germanwings“-Absturzes neue Hinweise bezüglich des Co-Piloten Andreas Lubitz gefunden. Die Ermittler entdeckten auf Lubitz' Computer, dass er sich über Medikamente mit harntreibender Wirkung informiert hat, wie der „Berliner Kurier“ berichtet.

Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf wollte die Nachricht bisher nicht kommentieren. Fakt ist jedoch, dass er nur ein paar Tropfen von solch einem Mittel gebraucht hätte, um sicher zu gehen, dass der Kapitän der „Germanwings“-Unglücksmaschine das Cockpit verlassen musste.

Er loggte sich als "Skydevil" auf seinem Computer ein

Unter dem Namen "Skydevil" surfte der Copilot zwischen dem 16. und 23. März im Netz, wo er via Google zu Cockpittüren und deren Sicherheitsmechanismen recherchierte und sich ebenfalls über Suizid sowie Möglichkeiten der Selbsttötung informierte. Die Inhalte von Andreas Lubitz' Browserchronik hatte bereits die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am vergangenen Donnerstag bekannt gegeben, den makaber anmutenden Nutzernamen "Skydevil" hingegen nicht. Laut "Bild"-Informationen soll sich Lubitz zudem vor allem für "Bipolarität" und "manische Depression" interessiert haben.

Doch nicht nur psychische Probleme sollen in der jüngsten Chronik des Germanwings-Copiloten auftauchen: Wie "Bild"  berichtet, hat Andreas Lubitz offenbar auch nach Begriffen wie "Migräne", "Sehstörungen" und "Knalltrauma" gesucht. Er soll Ende 2014 bei einem Autounfall eine Wirbelverletzung erlitten haben. Sollte sich diese Information der Zeitung bewahrheiten, hätten sich damit zu den psychischen auch noch gesundheitliche Probleme gesellt.

Der Copilot hatte am 23. März offenbar absichtlich den Sinkflug der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen eingeleitet. Nachdem Ermittler Ende der Woche die zweite Blackbox gefunden und ausgewertet hatten, gilt die Absturzabsicht des 27-Jährigen als bestätigt. Die Aufzeichnungen gaben Aufschluss darüber, dass Andreas Lubitz den Autopilot der Maschine mehrfach auf Sinkflug mit höchster Geschwindigkeit einstellte, nachdem er den Kapitän des Flugzeuges aus dem Cockpit ausgeschlossen hatte.

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