"Tote" erwacht im Krankenhaus zum Leben

Ärzte wollten lebender Frau Organe entnehmen

Ein entsetzlicher Fehler hätte einer jungen Amerikanerin beinahe das Leben gekostet. Colleen S. Burns war tot, davon waren die Ärzte eines US-Krankenhauses überzeugt, als die Frau in die Notaufnahme kam. Die Mediziner bereiteten den Körper vor, um Organe zu entnehmen. Doch die Patientin lebte noch – und wachte gerade noch rechtzeitig auf.

Kurz vor der Organentnahme erwachte eine "tote" Frau im St. Josephs Hospital Center New York. (Bild: Facebook)
Colleen S. Burns wurde nach Überdosis Drogen in die Notaufnahme eingeliefert. Die Ärzte des St. Joseph’s Hospital Center im Städtchen Syracuse im Bundesstaat New York hielten sie für einen hoffnungsvollen Fall.

Die Mediziner hielten das Koma nach der Überdosis für einen irreparablen Hirnschaden. Sie informierten die Familie der 39-Jährigen, dass sie verstorben sei. Die Angehörigen stimmten zu, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden und erlaubten, die Organe zu entnehmen. Der Fall aus dem Oktober 2009 wurde erst jetzt bekannt, wie die Zeitung „The Post-Standard“ berichtet.

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Doch Colleen S. Burns war nicht tot. Als eine Krankenschwester an den Füßen die Reflexe testete, bewegten sich die Zehen. Zudem schien es, als habe sie unabhängig von dem Atemgerät geatmet. Offenbar haben sich ihre Lippen und Zungen bewegt, nur wenige Momente, bevor die Ärzte den Körper im Operationssaal aufschneiden wollten. Und kurz vor der Operation erwachte Burns.

Die Bundesbehörde „Centers for Medicare and Medicaid Services“ wirft dem Krankenhaus nun Versagen vor. Die Patientin und ihr Gehirn seien nicht ausreichend untersucht worden, die Aufarbeitung des Falle sei ungenügend gewesen. „Trotz der Reihe von Vorfällen wurde eine intensive und objektive Begutachtung sowie eine Analyse der Fehler nicht durchgeführt, bevor es das Gesundheitsministerium anordnete“, heißt es in einem Bericht. Das Krankenhaus musste lediglich 22.000 Dollar Strafe zahlen.

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„Die Ärzte waren selbst geschockt. Für sie war es auch eine Überraschung“, sagte Burns’ Mutter der Zeitung. Ihre Tochter erholte sich von der Überdosis. Doch vor zwei Jahren nahm sie sich das Leben. Das schockierende Erlebnis in der Klinik hat laut ihrer Mutter aber nichts mit dem Selbstmord zu tun gehabt. Vielmehr habe Burns unter starken Depressionen gelitten.

Desaströse Fehler wie bei Colleen S. Burns sind in Krankenhäusern offenbar kein Einzelfall. Laut der „American Association for Justice” sind vermeidbare ärztliche Behandlungsfehler die sechsthäufige Todesursache in den USA. Wieviele Patienten tatsächlich wegen der Menschen sterben, die sie eigentlich heilen sollten, ist unklar. Die Fälle werden nicht zentral erfasst.

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