1. Jahrestag der Brücken-Katastrophe: Genua gedenkt der 43 Opfer

Italien gedenkt der Opfer des Brückeneinsturzes von Genua vor einem Jahr. Bei einer feierlichen Zeremonie in einer ausgedienten Lagerhalle, inmitten von Überresten der Morandi-Brücke, werden die Namen der 43 Todesopfer einzeln verlesen.

Gefolgt von einer Schweigeminute um 11 Uhr 36. In dieser Minute krachte am 14. August vergangenen Jahres ein 180 Meter langes Teilstücke 40 Meter in die Tiefe. Menschen in Autos und Lastwagen wurden in den Tod gerissen.

"Wille zur Wiedergeburt"

Während der Gedenkfeier erinnert der Kardinal und Erzbischof von Genua, Angelo Bagnasco, an die Apokalypse, die den Genuesern den Atem verschlagen habe.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte versucht, im Angesicht der Angehörigen der Opfer die richtigen Worte zu finden: " Das Genua von heute ist ein Symbol der Stärke und des Willens zur Wiedergeburt. Wenige Stunden nach dem Einsturz stand ich hier in Genua, und war fassungslos angesichts des Szenarios direkt vor unseren Augen. Und ich habe mahnend gesagt: Wir werden Genua nicht allein lassen ."

Wer trägt die Verantwortung?

Die Abrissarbeiten der gewaltigen Überreste des Polcevera-Viadukts wurden erst kurz vor dem Jahrestag abgeschlossen. Der Bau der neuen Konstruktion unter der Regie des Genueser Stararchitekten Renzo Piano läuft. Ein Pfeiler steht bereits.

Noch lange nicht beendet sind die Ermittlungen zur Ursache des Einsturzes. Die Regierungspartei Fünf-Sterne-Bewegung macht den Atlantia-Konzern verantwortlich, der den Autobahnbetreiber Autrostrade per l` Italia kontrolliert. Atlantia weist den Vorwurf zurück.

Gegen den Konzern und insgesamt über siebzig Personen wird wegen des Einsturzes ermittelt. Der Neubau der Morandi-Brücke soll im April kommenden Jahres fertig sein.