10 Jahre Rauchverbot: Berlin hat ausgequalmt – aber nicht überall

Claudia Aumüller, Chefin der Ankerklause, mit ihrem Partner Ludger Schallenberg. Ihnen hat das Rauchverbot genützt

Der Aufschrei war gewaltig. Nichtrauchen töte Kneipen, prophezeiten 2007 Berliner Gastronomen. "Es geht ums nackte Überleben", verkündete ein Friedrichshainer Traditionswirt. Nach Jahrzehnten der Gesundheitswarnungen von Forschung und Wissenschaft erklärten Berliner Kneipiers nun nicht das Rauchen, sondern das Nichtrauchen zur großen Gefahr. Dennoch kam das Verbot. Im Januar 2008 trat das Nichtraucherschutzgesetz in Kraft – vor zehn Jahren. Die Berliner haben sich seitdem damit arrangiert. Nach Anfangsschwierigkeiten wurde es für manchen Gastronomen sogar zum Beginn einer ganz neuen Erfolgsstory.

"95 Prozent der Kollegen sagten damals, das Vorhaben sei existenzgefährdend", erinnert sich Uwe Schild, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Gastronomie beim Hotel- und Gaststättenverband Berlin e.V. (Dehoga). Wer es sich leisten konnte, tat es eilig einer Schöneberger Wirtin gleich, die 5000 Euro in einen getrennten Raucherraum investierte.

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Heute riecht man in Berliner Restaurants nicht mehr Rauch, sondern die Küche, sagt Uwe Schild vor seiner „Schildkröte“ am Kudamm Anikka Bauer

Uwe Schild erlebte beide Seiten des Gesetzes. In seinem Restaurant "Die Schildkröte" am Kurfürstendamm rückte dadurch die Küchenkunst mehr in den Mittelpunkt. "Wenn man vor dem Verbot in ein Lokal kam, stank es als erstes nach Qualm", sagt Schild. "Wer heute ein Restaurant betritt, riecht das, was der Koch gerade zubereitet oder auch das Aroma von frischem Kaffee."

In Schilds weiteren Restaurant "Die Tafelrunde" in Wilmersdorf kollidiert dagegen die Nichtraucherbestimmung gelegentlich mit dem Programmverlauf, zu dem Gesang und Gauklerdarbie...

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