Bis zu 150 Corona-Kranke werden aus Großraum Paris verlegt

Ein medizinisch umgerüsteter TGV-Zug am Pariser Bahnhof Austerlitz

In der Corona-Krise weitet Frankreich seine bisher größte Aktion zur Verlegung von Intensiv-Patienten aus: Bis zum Wochenende sollen bis zu 150 Kranke aus dem Großraum Paris in andere Landesteile gebracht werden, wie die regionale Gesundheitsbehörde am Donnerstag mitteilte. In der Hauptstadtregion sind vor allem Beatmungsgeräte für die Lungenkranken knapp.

Am Mittwoch waren bereits 36 Menschen von Paris in die Bretagne gebracht worden, etwas weniger als die ursprünglich geplanten 38 Patienten. Dafür wurden zwei medizinisch umgerüstete TGV-Hochgeschwindigkeitszüge eingesetzt.

Bis Freitag soll die Zahl laut der Pariser Gesundheitsbehörde Agence régionale de santé (ARS) auf 120 erhöht werden. "Ziel ist, bis zum Wochenende 150 Menschen zu evakuieren", sagte ein Behördensprecher. Sie sollen per Hubschrauber oder Flugzeug unter anderem ins Loire-Tal gebracht werden.

Bisher waren vor allem Patienten aus dem Risikogebiet im Osten Frankreichs in Kliniken mit höheren Kapazitäten gebracht worden. Auch Deutschland und die Schweiz nahmen wiederholt Kranke auf. Frankreich ist mit mehr als 4000 Toten eines der am stärksten betroffenen EU-Länder.