1860-Boss Ayre im AZ-Interview - "Die Werte muss man erhalten, andere Dinge opfern"

M. Eicher, C. Landsgesell

Der neue 1860-Geschäftsführer Ian Ayre spricht in der AZ über den Kampf um den Klassenerhalt, einen möglichen Abstieg, Investor Hasan Ismaik und seine Pläne: "Wir wollen die Löwen transformieren."

München - Der 54-jährige Engländer war mehrere Jahre Geschäftsführer des FC Liverpool. Seit Anfang April ist er für den TSV 1860 verantwortlich.

AZ: Herr Ayre, sind Sie ein abergläubischer Mensch? IAN AYRE: Nein. Ich bin Optimist. Das Glas ist bei mir immer halbvoll. Man muss sich seine Ziele vor Augen führen. Wenn man zweifelt, kann es nicht gut gehen.

Sie werden am Sonntag gegen Braunschweig also in der Arena sitzen. Man könnte ja auf den Gedanken kommen, 1860 hätte seit ihrem Amtsantritt das Siegen verlernt. Also sind wir verloren (lacht). Aber tatsächlich, das habe ich in den letzten Tagen häufiger gehört. Die Lage besorgt mich natürlich, aber ich glaube nicht, dass es an mir liegt. Ich werde am Sonntag wie gewohnt die Daumen drücken.

Was stimmt Sie optimistisch, dass es klappt? Erstens: Ich sehe unsere Spiele. Wir waren oft die bessere Mannschaft. Zweitens: Manchmal gibst du alles und verlierst trotzdem. Das passiert bei jedem Klub, auf jedem Niveau.

"Das ist unfassbar"

Wie viele Punkte reichen für den Klassenerhalt? So viele wie nötig! Aber ich habe es noch nie erlebt, dass so viele Mannschaften mit unten drinstehen. Das ist unfassbar. Ab jetzt ist jedes Spiel wie ein Pokalfinale für uns.

Apropos Pokalfinale: Das hat der FC Bayern gegen Borussia Dortmund verpasst. Ach, das Ergebnis kümmert mich jetzt nicht besonders. Aber man hat gesehen: Das ist Fußball. Manchmal gewinnt die bessere Mannschaft, ab und zu muss ein dreckiger Sieg her. Das ist es, was auch für uns wichtig ist.

Sie haben erklärt, dass Sie nicht auf die Spieler einwirken, sprechen aber mit Trainer Vitor Pereira, mit Investor Hasan Ismaik: Wie sehr ist der Druck bei Ihnen und dem Umfeld der Löwen spürbar, dass es schiefgehen könnte? Es wäre falsch zu behaupten, wir hätten keinen Druck. Wir sind alle nur Menschen, und es liegt in unserer Natur, in einer schwierigen Situation Angst zu haben. Diese Ängste müssen wir besiegen. Manche scheitern am Druck, mich spornt er zu Höchstleistungen an. Das wünsche ich mir auch für die Mannschaft.

Und was, wenn es doch zum "ungünstigsten Fall X" kommt, wie es Ismaik formulierte? Was würde passieren – so viel, es wäre ein trauriger Tag für den ganzen Klub. Ein Desaster. Zur Dritten Liga will ich nur eines sagen: Natürlich haben wir dafür einen Plan, alles andere wäre unverantwortlich.
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