Mindestens zwei Tote bei gewaltigem Erdrutsch in Japan

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Bei einem gewaltigen Erdrutsch in Japan sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Rund 20 weitere Menschen wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde am Sonntag in der zentraljapanischen Region Shizuoka noch vermisst. Mindestens 19 andere Menschen konnten von den Bergungsteams gerettet werden. Die massive Schlammlawine war nach tagelangen schweren Regenfällen am Samstag auf die Küstenstadt Atami niedergebrochen. Sie zerstörte rund 130 Häuser, wie ein Behördenvertreter mitteilte.

Rund tausend Rettungskräfte suchten am Sonntag auf Dächern und in fortgespülten Fahrzeugen weiter nach Überlebenden. Die Suche kam wegen des schlechten Wetters nur schleppend voran.

Die Einsatzkräfte in Atami gäben ihr "Bestes, um Überlebende so schnell wie möglich zu finden", sagte ein Vertreter der Präfektur Shizuoka der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Die Rettungseinsätze seien am frühen Sonntagmorgen mit rund tausend Einsatzkräften, darunter 140 Soldaten, fortgesetzt worden. Allerdings müssten sie vorsichtig sein, da es immer noch regne.

Der beliebte Ferienort Atami liegt rund hundert Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tokio. "Wegen des starken Regens lockerte sich der Boden, und die Schlammlawine entstand", sagte der Gouverneur der Region, Heita Kawakatsu. Die Lawine habe Menschen und Häuser mit einer gewaltigen Geschwindigkeit mitgerissen.

Zwei Frauen wurden nach Angaben des Gouverneurs "in einem Zustand des Herz- und Atemstillstandes" aus den Schlammmassen geborgen. In Japan wird diese Umschreibung von den Behörden häufig genutzt, bevor der Tod eines Menschen dann offiziell bestätigt wird.

Auf TV-Bildern war zu sehen, wie eine Lawine aus Schlamm und Geröll mehrere Häuser unter sich begrub. "Ich hörte ein schreckliches Geräusch und sah eine Schlammlawine, die sich nach unten bewegte, während die Rettungskräfte die Menschen zur Evakuierung aufforderten", sagte der Leiter eines Tempels dem Sender NHK. Er habe sich in ein höher gelegenes Gelände gerettet. Als er zurückkam, seien Häuser und Autos, die vor dem Tempel standen, verschwunden gewesen.

In Atami waren binnen 48 Stunden bis Samstag 313 Millimeter Niederschlag gefallen - laut NHK ist das mehr als es sonst im gesamten Monat Juli regnet. Japans Regierungschef Yoshihide Suga warnte die Menschen vor weiteren heftigen Regenfällen. "Es besteht die Möglichkeit von starkem Regen aufgrund der Regenfront, daher müssen wir weiterhin auf höchster Stufe wachsam sein", sagte er.

Auch der Experte für Geotechnik am technischen Institut in Hiroshima, Takeo Moriwaki, warnte die Menschen in der betroffenen Region: "Erdrutsche können immer wieder an derselben Stelle auftreten, auch wenn der Regen aufhört." Anwohner und Rettungskräfte sollten weiter in Alarmbereitschaft bleiben.

Mehr als 2800 der insgesamt rund 20.000 Haushalte in Atami waren nach dem Unglück ohne Strom. Für mehrere Städte in der Präfektur Shizuoka galten Evakuierungsanordnungen. Hunderte Menschen verbrachten die Nacht auf Matratzen in Turnhallen. Dabei wurde auch auf die Corona-Maßnahmen geachtet: Die Bürger trugen Masken und hielten die notwendigen Abstände ein.

Während der Regenzeit in Japan kommt es häufig zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Experten gehen davon aus, dass der Klimawandel das Phänomen verstärkt, weil eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser speichert, was wiederum zu intensiveren Regenfällen führt.

gap/dja

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