20.000 Menschen nach Brand in Waffenlager in der Ukraine in Sicherheit gebracht

Foto von dem brennenden Depot in Balaklija im März

Im Osten der Ukraine ist am Donnerstag ein riesiges Waffen- und Munitionslager in Brand geraten. Die Behörden brachten bis zum Nachmittag rund 20.000 Menschen in Sicherheit. Nach Angaben von Regierungschef Wolodimir Groisman waren 550 Feuerwehrleute, Ärzte und Polizisten im Einsatz. Verteidigungsminister Stepan Poltorak erklärte, ein Drohnenangriff könne die Ursache sein.

Das Lager mit 138.000 Tonnen Munition und Waffen in der Stadt Balaklija liegt rund hundert Kilometer von den Gebieten im Osten der Ukraine entfernt, die von den prorussischen Aufständischen kontrolliert werden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete am Nachmittag aus der Stadt, dass sie fast vollkommen menschenleer sei. Die Stille wurde gelegentlich von Explosionen zerrissen. Graue Wolken stiegen über dem Lager auf.

Ministerpräsident Groisman sagte nach einer Besichtigung des Unglücksorts, es werde "einige Tage bis eine Woche" dauern, bis das Feuer eingedämmt werden könne.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen "Nachlässigkeit" an. Zeugen sagten aus, vor dem Beginn der Explosionen sei von einer Drohne ein "Sprengkörper" abgeworfen worden. Der Verteidigungsminister machte Russland und die Separatisten für den Brand verantwortlich. Für die Evakuierung der Bevölkerung wurde ein Sicherheitsradius von zehn Kilometern festgesetzt.

Eine 54-jährige Frau wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, die durch umherfliegende Granatensplitter verursacht wurden. 55 Löschzüge waren im Einsatz. Noch in 20 Kilometer Entfernung waren gewaltige Explosionen zu hören.

Im Konflikt zwischen den Rebellen und den militärischen Einheiten der Regierung in Kiew wurden seit April mehr als 10.000 Menschen getötet. Das Minsker Friedensabkommen von 2015 zielte darauf ab, durch den Abzug schwerer Waffen eine Pufferzone zwischen den Konfliktparteien zu schaffen. Die vereinbarte Waffenruhe wird von beiden Seiten immer wieder durchbrochen. Politische Bemühungen zur Beilegung des Konflikts kommen seit längerem nicht voran.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen