Hunderttausende demonstrieren in Madrid für besseres Gesundheitssystem

Hunderttausende Menschen haben in Madrid für die Beibehaltung der öffentlichen medizinischen Grundversorgung demonstriert. Unter dem Motto "Madrid stellt sich hinter die öffentliche Gesundheitsversorgung und gegen Pläne zur Zerstörung der medizinischen Grundversorgung" zogen die Menschenmassen am Sonntag aus vier Richtungen zum Rathaus.

Ein Sprecher der Regionalregierung sprach von 200.000 Teilnehmern, nach Angaben der Veranstalter waren es 650.000 Menschen. Unter den Demonstrierenden waren zahlreiche Ärzte, Gesundheitspersonal, Gewerkschaftsmitglieder und Politiker.

Die Kürzungen, der Personalmangel und die Misswirtschaft der Gesundheitsdienste überforderten das medizinische Personal, sagte eine Ärztin, die in einer Notaufnahme in der Region arbeitet, der Nachrichtenagentur AFP. "Ich habe seit sechs Wochen nicht mehr richtig geschlafen. Ich habe ständig Panikattacken, die ich nur mit Atemübungen oder Medikamenten in den Griff bekomme. Und allen meinen Kollegen geht es genauso", beschrieb Isabel de Barrio die Situation. "Wir müssen uns damit abfinden, so gut es geht."

Die Demonstrierenden forderten den Rücktritt der konservativen Präsidentin der Regionalregierung von Marid, Isabel Díaz Ayuso. "Die Gesundheit darf nicht vom Geldbeutel abhängen", war auf einem großen Transparent zu lesen.

Die medizinische Grundversorgung in der Region Madrid steht seit Jahren unter Druck. Es fehlt an Geld und Mitarbeitern. Gewerkschaften zufolge wird die Situation durch schlechtes Regionalmanagement noch verschlimmert.

Am 21. November wollen rund 5000 Haus- und Kinderärzte der Region auf die Straße gehen, um gegen "Überlastung, zu viele Termine und zu wenig Zeit für die Patienten" zu demonstrieren.

kbh/noe