Stefan Raab ist zurück mit "Das Ding des Jahres"

Wojciech Otto hat eine ganz spezielle Sorte Toilettenpapier erfunden. Und eine noch speziellere Art es zu präsentieren. Sei Toilettenpapier sieht aus wie ein dreieckiges Papierhütchen. Darein kann man seine Hand stecken und sich so beim Toilettengang nicht mehr die Hände schmutzig machen. Das passiert Leuten anscheinend.

Vor zwei Jahren verabschiedete sich Stefan Raab von der Pro7-Showbühne. Nun ist er zurückgekehrt. Bei seinem Format “Das Ding des Jahres” steht er allerdings hinter der Kamera. Am Freitagabend startete die Erfinder-Show mit den ersten acht Kandidaten und ihren ungewöhnlichen Produktideen.

“Die Höhle der Löwen” ist eine Gründer-Show auf Pro7-Nachbar- und Konkurrenzsender Vox. Und sie brummt. Die Einschaltquoten sind gut, die Zuschauer sehen einfach gern wie die Gründer ihre banalen, aber genialen, verrückten, klugen oder kreativen Ideen vorstellen. Und am Ende vielleicht mit dem ganz fetten Deal nach Hause gehen. Höchste Zeit wurde es also, dass sich Pro7 auch so eine Show zulegt, eine, in der Gründern und Erfindern eine Bühne und potenziell Investment geboten wird. Hier heißt sie allerdings “Das Ding des Jahres”.

“Löwen” versus “Ding des Jahres”

“Das Ding des Jahres” ist allerdings mehr eine Castingshow al lá “Deutschland sucht den Supererfinder”. Denn hier treten die Tüftler in direkten Konkurrenzkampf miteinander. Wichtigste Maßgabe für die Jury ist dabei immer die Frage: Kann ich das gebrauchen? Jeweils zwei Erfinder stellen ihre Idee vor. Manche von ihnen sind gerade erst beim Prototyp angekommen, andere haben ihre Produkt schon längst in der Herstellung und auf dem Markt. Ebenso sind die Ideen, die gegeneinander konkurrieren überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Der eine stellt quasi Äpfel vor und der andere eine Kuchenform. Die Frage dazu könnte lauten: Was kann ich gebrauchen, wenn ich einen Apfelkuchen backen will?

Denn: Gebrauchen kann man beide Produkte, je nach dem wonach einem ist. Will man Party? Will man Spaß? Will man in den Urlaub? Will man saubere Zähne oder Hände? Will man das richtige paar Schuhe? Und so weiter. Also: Gebrauchswert – höchst subjektiv.

All das unterscheidet “Das Ding des Jahres” von der “Höhle der Löwen”. Denn bei der Höhle der Löwen sind die Ideen meist schon extrem weit fortgeschritten. Prototypen gibt es hier kaum. Die Erfinder unterhalten sich mit ihren potenziellen Investoren bereits über Einkaufspreise, Produktionskosten, Margen und Umsatzzahlen. Gleichzeitig werden die Produkte nicht nach der Frage beurteilt: Kann ich das gebrauchen? Sondern nach einem etwas objektiveren Gesichtspunkt: Kann der Markt so etwas gebrauchen?

Ein Tüftler stellt ein Haus zum Mitnehmen vor. Nur 75 Kilogramm wiegt das Ei, das noch kleiner ist als das bekannte “Dübener Ei” und es passt eine 1,90m große Person im Liegen hinein. Außerdem hat es einen Fernseher mit DVD-Player und einen kleinen Kühlschrank. Mitnehmen lässt es sich ganz leicht per Fahrrad.

Und noch etwas unterscheidet die beiden Gründer-Shows wesentlich voneinander. Die Jury. Während bei der Höhle der Löwen Business-Experten sitzen wie Teleshoppingqueen Judith Williams oder Geschäftsmann Carsten Maschmeyer, besteht die Jury bei “Das Ding des Jahres” einerseits aus dem Publikum und andererseits aus Joko Winterscheidt – dem lustigen Weltenbummler, Lena Gerke – dem ersten Topmodelbaby von Heidi Klum und Hans-Jürgen Moog – dem einzigen Experten und Chefeinkäufer für Rewe Deutschland.

Wichtig für die Kandidaten: Während man bei der “Höhle der Löwen” entweder gleich einen Deal bekommt oder leer ausgeht, wird bei “Das Ding des Jahres” erst am Ende gewonnen. Und bis dahin dauert es fünf Folgen lang. 40 Erfinder präsentieren eine breite Palette von Ideen. Am Ende hat das Publikum eine Stimme und die Promi-Jury eine. Ins Finale können also in jeder Show zwei von acht Kandidaten einziehen. Dem Sieger – der also, der “Das Ding des Jahres” erfunden hat – winkt am Ende ein Werbedeal bei den Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Der Whiskeymixer mixt Whiskey

Am Freitagabend lief die erste Folge und gleich begeisterten die Kandidaten vor allem mit ihrem Enthusiasmus. Da war zum Beispiel Sascha Koths, der bastelt gern nach Feierabend. Besonders angetan war er von seinem letzten Projekt: Ein Cocktailmixer namens Spirit. Bisher hat er nur den Prototyp entworfen, aber der mixt schon fleißig. Was er kann: In einer App können potenzielle Partygäste ihre Bestellungen aufgeben, so weiß der Gastgeber gleich, welche Cocktails werden gewünscht und die Maschine berechnet, welche Zutaten und vor allem welche Mengen benötigt werden. Acht Zutaten können eingespeist werden, das macht auf Koths Speisekarte elf Cocktails.

Lena Gerke entscheidet sich für einen Swimming Pool. Nach 20 Sekunden kommt das blaue Getränk aus dem Cocktailmixer. Unten gibt es ein Fach, daraus wird Eis entnommen, dann ab in den Shaker und fertig ist der Cocktail. Dazu kann die Maschine auch Musik spielen, die Flaschen beleuchten und führt über die App, welche die Maschine steuert eine Namensliste, wer welchen Cocktail gemixt haben wollte. Immer gut zur Überprüfung des Promille-Gehalts am nächsten Morgen.

Koths kann zwar seine Konkurrentin besiegen – eine Frau, die ein Gerät erfunden hat, das die tatsächliche Schuhgröße des Kindes bestimmt, statt der lästigen Daumenprobe – wird im Finale allerdings von zwei anderen Tüftlern geschlagen.

Frank Schmidbauer hat sich immer über das Gekleckere beim Frühstücken mit dem Honig geärgert. Jetzt hat er einen Löffel entwickelt, der das verhindern soll. 100 Stunden Arbeit hat er in die Gedanken zu dem Löffel gesteckt, bis er die perfekte Formahatte, geschwungen, mit perfekt drehbarem Stiel und einer Nase vorne dran, um ihn am Honigglas einzuhängen.

Wer später bremst, ist länger schnell

Einer von ihnen ist Martin Müller. Der Modellbauer von Berufs wegen hat ein kleines Spielzeugauto erfunden, mit dem man driften kann. Es heißt Dr!ft. Wer hätt´s vermutet. Aber das ist noch nicht alles. Für das Smartphone hat Müller ein Autospiel entwickelt, bei dem zwei Fahrer gegeneinander antreten können. So wie sie ihre Autos auf dem Display fahren lassen, so cruisen auch die analogen Autos vor ihnen auf der Tischplatte. Eine Idee, die das Spielen mit Matchboxautos auf jeden Fall revolutioniert.

Zähneputzen mal nicht wie beim Zahnarzt

Das Zähneputzen revolutionieren wird eine andere Erfindung, nämlich die von Marvin Musialek. Er hat eine Bürste erfunden, die man sich wie eine Zahnabdruckschiene beim Kieferorthopäden in den Mund schieben muss, vorne dran sind lauter Bürsten und durch eine leichte Vibration soll das Zähneputzen bereits erledigt sein. 10 Sekunden. Mehr nicht. Denn 50 Prozent aller Deutschen putzen sich nicht jeden Abend die Zähne. Empörung im Raum.  Aber es ist so. Lena Gerke jedenfalls putzt lange und viel und gründlich. Ihre Zähne sind erst nach vier zerkauten Plaque-Tabletten leicht erblaut und dann wird das mit der 10-Sekunden-Schiene gleich wieder weggeputzt. Nie wieder diese Zeitverschwendung im Bad. Darauf ein Heureka! Samstagabend geht es in die zweite Runde.

Fotos: Screenshot / Pro7

 

 

 

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