24h Daytona 2020: Bestzeiten für Cadillac, Unfall-Porsche zurück

Heiko Stritzke

Nachdem Acura die Auftakttrainings dominiert und Mazda die Pole-Position erkämpft hatte, zeigten die Cadillac-Teams in den letzten beiden Freien Trainings zur 58. Auflage der 24 Stunden von Daytona auf.

Der Action-Express-Cadillac #31 (Conway/Nasr/Derani/Albuquerque) und der Wayne-Taylor-Cadillac #10 (van der Zande/Briscoe/Dixon/Kobayashi) holten in der DPi-Kategorie die Bestzeiten im dritten und vierten Freien Training.

Bilder: 24h Daytona 2020

Filipe Albuquerque war in der #31 dabei im Nachttraining bei kühleren Bedingungen mit 1:34.914 Minuten etwas schneller als Kamui Kobayashi in der #10 am Freitagvormittag Ortszeit. Der Vorjahressieger war in 1:35.340 Minuten bei Tageslicht am schnellsten, 0,393 Sekunden vor Helio Castroneves im reparierten Penske-Acura #7 (R. Taylor/Castroneves/Rossi).

Cadillac belegte im Nachttraining die ersten drei Plätze, allerdings mit reduzierter Konkurrenz. Beide Mazdas und der Acura #7 nahmen nicht an der Sitzung teil. Ricky Taylor hatte zuvor im Qualifying einen heftigen Abflug gehabt, bei dem der Acrua ARX-05 schwer im Bereich des Vorderwagens beschädigt wurde.

Filipe Albuquerque war bei Nacht 0,332 Sekunden schneller als der WTR-Cadillac von Renger van der Zande. Der einzig verbliebene Acura belegte hinter dem JDC-Miller-Cadillac #5 (Bourdais/Duval/Barbosa) Rang vier.

Im kombinierten Ergebnis aller Freien Trainings bleibt der Acura #7 mit der Bestzeit aus dem zweiten Freien Training an der Spitze, der WTR-Caddy war im Nachttraining allerdings nur 10 Tausendstelsekunden langsamer. Polesetter Oliver Jarvis sorgte mit der zweitbesten Zeit aus dem zweiten Training für die dritte Marke auf den ersten drei Plätzen. Das spricht für ein enges Rennen.

Corvette luchst Porsche eine Bestzeit ab

Im vierten Training passierte es dann doch noch: Porsche musste eine Session an Corvette abtreten. Antonio Garcia fuhr in der Corvette #3 (Garcia/J. Taylor/Catsburg) in 1:42.962 Minuten eine Zeit im Abschlusstraining, die sogar zu Platz zwei im kumulierten Ergebnis reichte. An dessen Spitze blieb Laurens Vanthoor im Porsche #912 (Bamber/L. Vanthoor/Jaminet) mit der Bestzeit aus Sitzung zwei.

Die jüngste Ausbaustufe des Porsche 911 RSR macht bislang eine glänzende Figur

Die jüngste Ausbaustufe des Porsche 911 RSR macht bislang eine glänzende Figur Motorsport Images

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Zuvor war es im Nachttraining erneut der Porsche #912, der sich seine dritte Sessionbestzeit aus drei Freien Trainings holte - nur die Pole musste man an das Schwesterfahrzeug #911 (Campbell/Tandy/Makowiecki) abtreten.

Im Nachttraining meldete sich dann auch BMW zu Wort: Augusto Farfus fuhr mit dem RLL-BMW #24 (Krohn/Edwards/Mostert/Farfus) auf die zweite Position. Das reichte allerdings nur zum "Best of the Rest" im kombinierten Klassement. Nach momentanem Stand haben Porsche und Corvette einen leichten Vorteil.

Mit einer Zeit von 1:37.084 Minuten fuhr Gabriel Aubry im PR1/Mathiasen-Oreca #52 (Keating/Trummer/Boulle/Aubry) im Nachttraining die schnellste LMP2-Zeit aller vier Sitzungen. Mit einer Bestzeit im Abschlusstraining in 1:37.230 Minuten ging Nicolas Lapierre im Starworks-Oreca #8 (Dalziel/Heinemeier Hansson/Farano/Lapierre) noch auf Platz zwei im kumulierten Ergebnis.

Im Abschlusstraining kam es zu einem bizarren Unfall des Performance-Tech-Orecas #38 (K. Masson/R. Masson/Cassels/Yount). Don Yount landete in Kurve sechs ("Western Horseshoe") auf einem Reifenstapel - und zwar auf der Innenseite. Damit steht für Performance Tech Motorsports eine lange Schicht vor dem Rennen an.

Wright Motorsports als guter Samariter

In der GTD fuhr zunächst Klaus Bachler im Wright-Porsche #16 (Hardwick/Long/Imperato/Bachler) im Nachttraining Bestzeit. 1:46.128 Minuten reichten zu Rang drei im Gesamtklassement. An die Zeiten des Turner-BMWs #96 (Auberlen/Foley/Machavern/Klingmann) und des Pfaff-Porsches #9 (Robichon/Kern/Olsen/Pilet) aus der zweiten Sitzung kam er nicht heran.

Die letzte Bestzeit ging an den Grasser-Lamborghini #11 (Heistand/Schothorst/Perera/Costa) von Franck Perera in 1:46.308 Minuten, was noch zu Rang fünf im Gesamtklassement reichte. Insgesamt wirken Porsche und Lamborghini im Renntrimm am stärksten, was ein Blick auf das Gesamtergebnis aller vier Trainings zeigt. Allerdings sind die Abstände knapp.

Die Acura NSX GT3 scheinen nach ihrer Massiv-Einbremsung vor dem Rennen Schwierigkeiten im Renntrimm zu haben, obschon Jeff Westphal im Qualifying auf Platz drei fuhr. Aston Martin konnte sich noch nicht in Szene setzen. Der BMW M6 GT3 ließ nach der Gesamtbestzeit im zweiten Training ebenfalls ruhig angehen.

Die erfreulichste Nachricht ist, dass Black Swan Racing am vierten Freien Training teilnehmen konnte. Das Konkurrenzteam Wright Motorsports half mit einem Ersatzchassis aus, wodurch kein neues Fahrzeug aus Deutschland eingeflogen werden musste. Jeroen Bleekemolen fuhr mit dem Porsche 911 GT3 R gleich auf Rang drei im Abschlusstraining.

Die Teams haben nun knapp 27 Stunden Zeit, die Fahrzeuge für das Rennen vorzubereiten. Start zur 58. Auflage der 24 Stunden von Daytona ist am Samstagabend um 19:40 Uhr MEZ.

Ergebnis 3. Freies Training (Nacht)
Ergebnis 4. Freies Training
Kumuliertes Ergebnis aller vier Trainings

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.