30 Jahre Mauerfall: Flucht aus der DDR: „Nicht mal meine Eltern habe ich eingeweiht“

Rund 100 Kilometer ist Hamburg von Schwerin entfernt – aber 1989 musste Ulf Wolter einen riesigen Umweg über die Tschechoslowakei und Ungarn fahren, bevor er nach 20 Stunden am Ziel war.

Der Tag, an dem er der DDR den Rücken kehrt, ist der 10. September 1989. Ulf Wolter isst an diesem Sonntag noch mit seinen Eltern zu Mittag. Er sagt ihnen nichts, will sie nicht in Gefahr bringen. Vor allem will er nicht, dass sie ihn zurückhalten. Als sich der 26-Jährige verabschiedet und seine Mutter ihm hinterherruft: „Wir sehen uns dann Mittwoch!“, kann er die Tränen kaum unterdrücken.

„Ich ging davon aus, dass ich meine Eltern nie wieder sehen werde“

Für die MOPO erzählt Ulf Wolter die Geschichte seiner abenteuerlichen Flucht nach vielen Jahren zum allerersten Mal: „Leicht war es nicht", sagt er, und für einen Moment ist ein bisschen was von der Angst, die er damals hatte, in seinem Gesicht ablesbar. „Ich ging davon aus, dass ich meine Eltern nie wieder sehen werde. Niemand hat schließlich geahnt, dass schon wenige Wochen später die Mauer fallen würde.“

Ulf Wolter lebt bis zu seiner Flucht in Schwerin als Musiker. In Thüringen hat er Klavierbau gelernt, aber der SED-Staat erteilt ihm nicht die Erlaubnis, sich mit diesem Handwerk selbstständig zu machen. Also tourt der Keyboarder mit der Rockband „Res Facta“ quer durch die DDR - und ist ziemlich erfolgreich.

Ulf Wolter wollte über Ungarn nach Deutschland

Im Sommer 1989 fliehen Zehntausende DDR-Bürger über die Tschechoslowakei und Ungarn in...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo